Zu Beginn des Trainingslagers wurden die Teilnehmer in vier verschiedene Gruppen eingeteilt. Die kleinen "Takos" (Gruppe D), die Anfänger (Gruppe C), die Fortgeschrittenen (Gruppe B) und die weiter Fortgeschrittenen (Gruppe A). Das Training begann jeden Morgen um 9.00 Uhr mit einem gemeinsamen Angrüßen im Dojo. Jeder Teilnehmer hatte mindestens 4 Stunden intensives Training pro Tag und so kamen viele schon nach wenigen Tagen, aufgrund der großen Anstrengungen von Nachtwache, Küchendienst und Ordnungsdienst an ihre Leistungsgrenze. Trainiert wurde mit einer Vielzahl von Waffen (vom Bo bis zum Schwert) und man muss sagen, dass nach wenigen Tagen schon bei allen Teilnehmern eine Leistungssteigerung zu erkennen war. Abgerundet wurde das Training durch Waldlehrgänge, in denen das Verhalten in der Gruppe, das Verhalten im Gelände, Laufen im Wald, Absicherung von Gruppen, Tarnen, Kommunikation im Dunkeln und vieles mehr geschult wurden. In simulierten abgesprochenen Scheinangriffen konnte dann jeder sein erlerntes Wissen unter Beweis stellen und so oft gehörte Theorien in die Praxis umsetzen. Weiter wurde jeden Abend nach dem Essen ein Vortrag Präsentiert. Zu den Themen zählten Ninjutsu, Aikido, Kendo, Samurai, Shintoismus und Natur- und Heilkräuter. Man kann sagen, dass das Training im Wald und im Dojo ein großer Erfolg war.
Die Freizeit der TRB-Schüler war im Großen und Ganzen recht ausgefüllt. Viele gingen oder spielten Fußball auf der freien Wiese am Zeltplatz. Bei letzterem ging es, da immer weniger mitspielten, langsam zum "Ballabnehmen" über, was aber auch recht viel Spaß machte.
Wer nicht mit dem oben genannten beschäftigt war, las Bücher im Küchenzelt oder spielte Diabolo, was sich ebenfalls großer Beliebtheit erfreute. Andere wiederum durften spülen, da sie sich in- und außerhalb des Trainings so gut "engagiert" hatten. Wenn man die Vorträge auch zu der Freizeit zählt, lässt sich darüber berichten, dass sie immer interessant und oft interaktiv waren. Insgesamt waren alle rundum beschäftigt und es kam keine Langeweile auf. Dieses Jahr wurde zum ersten Mal ein Rollenspiel veranstaltet. Das Ziel war die nächtlichen Einsätze mit einer Geschichte zu verknüpfen um ein mittelalterlich- japanisches Flair zu vermitteln. Die Feinde waren dieses Jahr die fiesen Mongolen, angeführt von dem berüchtigten Kriegsfürst gelber Affe. Um dieser Gefahr zu trotzen stand uns ein alter Meister der Kampfkunst des schwarzen Drachen namens Chionsei zur Seite. Er offenbarte sich einigen von uns in ihren Träumen um uns Aufgaben zu stellen die uns im Kampfe gegen die hinterlistigen Widersacher helfen, sowie die Einigkeit und Moral der eigenen Reihen stärken sollten.
So wurden uns zum Beispiel Botschaften vermittelt die uns auftrugen den Gruppen Namen zu geben (Kraniche, Sakura, Gruppe des Feuers und die schwarzen Schimpansen) oder auch ein Mandala zu erschaffen. Des Weiteren wurden Stellungen im Wald errichtet die uns als sichere Basis für die bevorstehende Feldschlacht dienen sollte. Von Seite der Mongolen bekamen wir nur Verspottung und Beleidigungen zu hören es wurde unter anderem ein Pfeil mit einer Botschaft gefunden, die Namensschilder durch Hohnbeschreibung ausgetauscht und die Nachtwachen gefesselt und schwer verletzt aufgefunden. Erschwert wurde das Ganze durch die mongolische Schrift derer nur wenige mächtig waren, jedoch viele im Laufe der Zeit lernten. Der Höhepunkt des Mongolenkonfliktes war die abschließende Belagerung unserer Stellungen im Wald. Nach stundenlangem Ausharren in unseren Befestigungen wurde schließlich der entscheidende Angriff geführt den wir mit wenigen, aber sehr schmerzhaften Verlusten zurückschlugen. Allgemein kann man sagen, dass dieser Versuch erfolgreich war und, wenn dies gewünscht wird, nächstes Jahr wieder etwas Ähnliches stattfindet.
|