Die groß geplante Bushido Gala 2003 startete anschließend um kurz nach 20:00 Uhr, leider mit geringer Verzögerung aufgrund logistischer Probleme. Trotzdem war der Andrang erfreulich groß, so dass man die Carl-Bosch-Halle mit über 150 Zuschauern gefüllt sah. Andrang herrschte sowohl am Getränkeausschank, als auch bei der Platzsuche, doch nach kurzer Zeit fand jeder Gast seinen zugewiesenen Platz.
Dann endlich konnte die Bushido Gala mit dem alljährlichen Fackeleinlauf und der traditionellen Eröffnungszeremonie, durchgeführt durch das Dan-Kollegium, beginnen.
Sensei-ho Thorsten Klein führte dann auch moderierend durch das Programm, welches durch ein Schauspiel des Dojo Karlsruhe fortgesetzt wurde. Dieses Schauspiel stellte die Geschichte der Kampfkunst nach, wobei in wenigen Minuten die Last von Jahrhunderten abgearbeitet wurde. Besonders zum Tragen kamen natürlich hierbei die wesentlich verbesserten Licht- und Nebeleffekte der Firma Master Light, ohne die einige der Szenen kaum nachstellbar gewesen wären. So konnten die Zuschauer bestaunen, wie vermummte Ninja aus dem dichten Bodennebel hervorsprangen oder gespenstisches Licht Abseilaktionen und Kampfszenen hervorhob.
Daraufhin folgten Beiträge des Dojo Limburgerhof. Die Kindergruppe zeigte ihr Erlerntes mit Fallübungen und Grundtechniken, wobei sich nicht nur Flugrollen über fünf kniende Jugendliche hervortaten, sondern auch die bestechenden Leistungen selbst der Kleinsten von gerade einmal 4 Jahren. Die Jugendgruppe von Limburgerhof zeigte danach einen in Eigenregie einstudierten Gruppenkampf mit dem Shinai, welcher durch Professionalität und Spannung überzeugte.
In der daran anschließenden Pause begann an wilder Andrang auf das vorbereitete Buffet, was leider in einer meterlangen Menschenschlange endete, wodurch viele erst zum Ende der Pause hin ihre Teller gefüllt hatten, sich jedoch trotzdem über die verschiedenenartigen Salate und Häppchen erfreut zeigten.
Die Vorführung wurde durch einen weiteren Beitrag des Dojo Limburgerhof fortgesetzt und zwar durch einen Fächertanz dreier junger Schülerinnen, die sich in mühevoller Arbeit zwischen den Szenen in japanische Geishas verwandelt hatten.
Mit dieser Überleitung führte die Gala etwas weg vom eigentlichen Bushido und gewährte auch anderen Sportarten eine Präsentationsmöglichkeit. Danträger des Judo und Senpai des Tako-ryu-Bushido Boris Meier zeigte zusammen mit Andreas Gössel eine Vorführung verschiedenster Judotechniken. Eine Delegation der ESDO (European Self Defense Organisation) demonstrierte daraufhin Auszüge aus ihrem Programm und verdeutlichten damit auch den Unterschied zwischen Kampfkunst und Kampfsport.
Nachdem also viel körperliche Anstrengung gezeigt worden war, wurde es wieder etwas ruhiger und besinnlicher, als O-Senpai Dirk Rebhan und Seito David Herbert ihren Vortrag über Art und Entstehung der japanischen Schrift vortrugen. Der Vortrag war umfassend, mühevoll ausgearbeitet und versuchte, mithilfe einer Leinwandpräsentation das doch sehr trockene Thema anschaulich und nachvollziehbar zu machen, was nach Ansicht der Zuschauer gut gelang.
Was die Meistergrade des ESDO vorher schon ähnlich demonstriert hatten, zeigte darauf auch eine junge Schülerin des Tako-ryu-Bushido: Seito Martina Reich demonstrierte Selbstverteidigung, die auch für jüngere Frauen leicht erlernbar und selbst gegen solch bärenhafte Gegner wie ihren Vorführungspartner O-Seito Marius Rzepka nützlich ist.
Den letzten Punkt vor der zweiten Pause bildete eine gemeinschaftliche Aktion der Anfänger aus Limburgerhof, Bad Dürkheim und Ettlingen. Unter Anleitung von Senpai Timo Gartner demonstrierten sie Trainingsaspekte erwachsener Anfänger des Tako-ryu-Bushido.
Während der zweiten Pause wurde versucht, das vorherige Wartechaos der ersten Pause damit zu lindern, dass Schüler des Tako-ryu-Bushido persönlich die Tische besuchten, um die Gäste zu bedienen. Dies verhinderte nicht nur einen weiteren Auflauf am Buffet, sondern stieß auch bei den Gästen auf große Zufriedenheit.
Das letzte Drittel des Abends sollte dann noch einmal von Faszination und Spannung geprägt werden. Zu Beginn zeigte Shihan Christian Wiederanders zusammen mit zwei Schülern des Tako-ryu-Bushido, dass der "Sanfte Weg", Aiki genannt, oftmals der Aggression leichter Herr wird als man denkt.
Nachdem die Zuschauer noch die Eindrücke dieser Vorstellung verarbeiteten, zeigten Sensei-ho Thorsten Klein und O-Seito Steffen Weiß in einem Vortrag der anderen Art die Differenzen von Samurai und Ninja auf, wie sie wohl vorher noch nicht formuliert worden waren.
Als fulminanten Abschluss der Gala bestaunten die Zuschauer dann die offizielle Vorführung des Tako-ryu-Bushido, welche sowohl durch waffenlose und bewaffnete Darbietungen, als auch durch das abschließende Schwertduell beeindruckte.
Verschiedene Ehrungen leiteten letztendlich auf den gemütlichen Teil des Abends über, welcher einen gelungenen Abschluss zu einem gelungenen Tag darstellte.
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