Am 16. und 17. Oktober 2004 fand der 4. Kurstag des 3. Intensivkurses auf einem Lehrgang in Köln statt, der von der Intensivkurs-Teilnehmerin und zukünftigen Leiterin des Dojo Köln Aynur Yilmaz organisiert wurde. Auf dem Programm des Wochenendlehrgangs standen unter anderem jeweils ein mehrstündiges Trainingsprogramm, ein Probekurs, und Besuche des asiatischen Museums in Köln, wo an diesem Wochenende eine Japan-Ausstellung stattfand, in dessen Zuge wir eine Teezeremonie, eine Zen-Meditation und eine Schwertschmiede-Vorführung besuchen konnten. Als am ersten Trainingstag das Training begann, waren schon einige Neugierige anwesend, welche großes Interesse an den folgenden eineinhalb Stunden zeigten. Der zukünftigen Leiterin des Dojo Köln, Seito Aynur Yilmaz standen in unterschiedlichen Abschnitten noch Senpai Marius Rzepka und Senpai Martin Knühl zu Seite, die das Probetraining gleichermaßen dazu nutzen, den Interessenten einen objektiven Einblick in unsere Kampfkunst zu bieten und Seito Aynur Yilmaz die Gelegenheit eröffneten, praktische Übungsleitererfahrung zu sammeln. Die neugierigen und löblicherweise sehr disziplinierten Probeschüler waren eifrig bei der Sache, ging es nun um das aufzeigen der Grundlagen des Tako-ryu-Bushido oder einen kurzen Einblick in die Waffenausbildung, der jedoch nur einen Überblick und ein kurzes Anschneiden der unterschiedlichen Möglichkeiten der Haltungs- und Bewegungsformen enthielt. Natürlich kamen und gingen im Laufe des Tages auch weitere Interessenten, die sich immer gern etwas Zeit für ein Gespräch mit Seito Yilmaz nahmen und ebenfalls mehr oder minder Interesse bekundeten.
Am Sonntag, den 17.10.2004, fand im ostasiatischen Museum in Köln eine Einführung in die Zen-Meditation statt. Acht Freiwillige unserer kleinen Gruppe beschlossen daran teilzunehmen. Wir betraten einen etwas abgedunkelten Raum und bekamen dort unsere Sitzplätze auf selbstgemachten Tatamimatten zugewiesen. Eine Frau übersetzte die Grundregeln, die ein Zen-Meister auf Japanisch vorlas, ins deutsche. Es ist wichtig auf bequeme Kleidung zu achten, auf die Haltung der Hände, der Zentrierung des Körpers, der Atmung, dem sogenannten Lotussitz und die Blickrichtung der Augen. Nach dieser kleinen theoretischen Einführung wurde der Raum noch weiter abgedunkelt und wir sollten uns nur auf unsere Atmung konzentrieren. Während dessen lief der Zen-Meister langsam an den Teilnehmern vorbei, in der Hand eine große "Latte" haltend und schlug jedem der ihn aufforderte mit der "Latte" jeweils zweimal auf den rechten und linken oberen Rücken. Dadurch konnte man erkennen, ob man wirklich so tief in die Meditation versunken war wie man glaubte. Bei richtiger Anwendung der Atmung und den anderen oben aufgeführten Grundprinzipien sollte man die Schläge kaum spüren. Wir hätten die Chance gehabt, uns cirka vier bis fünf Mal die Latte ins Kreuz hauen zu lassen (also 10 Mal pro Seite). Nach unseren Umfragen wollte auch der Mutigste von uns nach dem zweiten Durchgang keine Bekanntschaft mehr mit der "Latte des Meisters" machen. Nach cirka 20 Minuten war die Vorstellung dann auch vorbei und wir überlegten uns, ob sich der Meister nicht innerlich gefreut hat, uns Europäern mal gegen Bezahlung eine mit der Latte überziehen zu können.
Das Gefühl auf dem Rücken glich dem eines enormen Sonnenbrandes und auch die Blutergüsse und Lattenabdrücke sprachen für sich. Ich denke trotz allem hat es sich gelohnt einmal einen Einblick in die Zen-Meditation zu bekommen.
Fazit: Wir müssen alle noch sehr viel lernen und wenn in ein paar Jahren wieder einmal eine Zen-Meditation angeboten wird, werde ich sehr wahrscheinlich besuchen und hoffentlich meine Fortschritte merken.
Gleißende Flammen, mörderische Temperaturen und schwitzende auf einem funken sprühenden Stück Metall herum hämmernde Schmiedemeister und -Lehrlinge, ohrenbetäubender Krach, wenn die Hämmer auf den Amboss fallen. Das zumindest stellt sich ein Laie vor, wenn er "Schmiede" oder "Schwertschmiedekunst" hört. Im Zuge des Köln-Lehrgangs stand auch ein Besuch einer erstmals in Deutschland stattfindenden Schwertschmiede-Vorführung auf dem Programm.
Da ein Schwertschmiedevorgang je nach Qualität mehrere Monate in Anspruch nimmt, wurde nur ein kleiner Ausschnitt gezeigt, das Versprechen war aber, die spektakulärsten Vorgänge zu zeigen. Ein typisch europäischer Plastik-Planen-Pavillon wurde zu einem geweihten Ort, indem eine Schnur mit weißen Papierfetzten um die Schmiedestätte gehängt wurde. Nach einer kurzen Ansprache begann das Schmiedeteam, das aus mehreren in weiße traditionelle Gewänder gekleideten Japanern bestand, das Feuer mithilfe eines quadratischen Kastens, der sich als Blasebalg herausstellte, und reichlich Holzkohle aufzuheizen. Es herrschten, wie gesagt wurde, über 1000 Grad Celsius zu dem Zeitpunkt im Feuer, als das zu bearbeitende Stück Eisen in die Glut geschoben wurde. Nachdem der Schmiedemeister die Temperatur des Metalls für richtig befunden hatte, legte er den Block auf einen Amboss und hämmerte mit einem verhältnismäßig leichten Hammer darauf herum.
Nach einer Pause, in der das Metall wieder hochgeheizt wurde, begann ein zweiter Schmied damit, den Meister zu unterstützen und lies einen deutlich größeren Hammer auf das Metall schlagen. Nachdem das Stück nacheinander in ein Wasser-Lehm-Gemisch und die Asche einer speziellen Baumsorte getaucht worden war und wieder aufgeheizt worden war, war der angekündigte "spektakuläre Teil" zu sehen: die Kruste auf dem Metall wurde mit den ersten Schlägen weggesprengt, und es flogen die Funken bis zu zwei Metern weit, wobei den letzten wohl klar wurde, wozu die acht Meter Sicherheitsabstand dienten. Nach mehrmaliger Wiederholung der Aktion traten nun die Lehrlinge und Hilfsschmiede in Aktion, jeder schnappte sich einen etwa eineinhalb Hand langen Hammer und stellte sich im Halbkreis um den Amboss. Der Meister gab mit leichten, kurzen Schlägen die Bearbeitungsstellen an, und dann schlugen der Reihe nach drei paar Hände die Werkzeuge mit sichtbarem Körpereinsatz nach unten.
Man konnte nun einen dieser magischen Momente erleben, die Hämmer schlugen in einem fast melodischen Takt, dazwischen die hohen klänge des kleinen Hammers und nach einen zweimaligen Schlag des Schmiedes auf den Amboss der abrupte Abbruch dieser Symphonie. Diese Prozedur wiederholte sich mehrmals, bis nach einiger Zeit die Arbeit wieder eingestellt wurde. Danach erklärte noch ein weiterer Schmiedemeister mithilfe einer Übersetzerin und anschaulichen Beispielstücken die unterschiedlichen Schmiedephasen, und nachdem das Publikum die Erlaubnis erhalten hatte, drängte sich ein undurchdringlicher Menschenstrom um den Tisch mit den halbfertig geschmiedeten Schwertern oder wagte einen Blick in die geweihte Schmiedestätte.
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