Nach viel Üben, Vorbereitungen und Arbeit war es endlich Zeit, dass sich die harte Arbeit bezahlt machte. Ganz aufgeregt warteten wir auf unseren Auftritt. Langsam bildete sich eine Schlange und die ersten Gäste betraten den Kultursaal. Nun ging es los, unser Einsatz war gefragt. Die Gäste konnten sich schon mal die faszinierende Ausstellung anschauen und auf den Einlass zum Saal warten. Unser Sensei-ho Thorsten Klein beriet die Gäste und beantwortete ihre Fragen. Schließlich wurden die Leute in die Halle hinein gelassen und langsam füllte sich der Raum. Die Zuschauer warteten, dass die Show anfängt. Es wurde dunkel, im Raum erklang Trommelmusik und eine Gruppe mit Fackeln kam herein. Sie verteilten sich im Raum und der Shihan kam herein, gefolgt von zwei Sensei-ho. Sie liefen auf die Bühne und setzten sich in der Mitte der Bühne ab. Geishas saßen um sie herum. Nach traditionellem Angrüßen und einer kurzen Teezeremonie verließen sie wieder die Bühne und der erste Schritt war getan: Lasst die Show beginnen. Dojo für Dojo führte seine Performance auf, aber alle hatten dasselbe Problem: Lampenfieber! Mir persönlich haben die Finger gezittert aber es war halb so wild, als wir auf der Bühne waren und erst mal anfingen. Ich denke, dass ging allen so ähnlich wie uns und als wir fertig waren, waren wir erleichtert und glücklich. Dem Publikum hat man angesehen, dass sie von der Vorführung total fasziniert waren. Das ganze hatte eine gewisse mystische Richtung, es fing schon bei der Eröffnungszeremonie an und hörte beim Fächertanz auf.
Eine der Stellen, die ich nie vergessen werde, war die Geschichte der 47 Ronin. Die Geschichte spielt in der Tokugawa-Periode. In dieser Zeit wurde Japan von inneren Kämpfen heimgesucht, der Shogun hatte Angst, dass sich seine Daimyo gegen ihn verbünden, um ihn zu stürzen. Deswegen rief er alle Daimyo zu sich und verlangte von ihnen ein Zeichen ihrer Treue. Es gab einen jungen Daimyo, der das Herz eines großen Mannes besaß aber nicht in die Etikette eingewiesen war. Der Shogun wies ihm einen Lehrer zu. Sein Lehrer war ein großer Mann, allerdings ein Mann mit schlechtem Charakter. Er übernahm die Ausbildung des jungen Daimyo und lehrte ihn. Mit der Zeit wurde sein Lehrer wütend auf seine Unwissenheit und lehrte ihn absichtlich die falsche Etikette, sodass er sich hoffentlich blamieren würde. Als seine Ausbildung abgeschlossen war, ließ der Shogun seine ganzen Daimyo versammeln. Die Daimyo bewiesen ihrem Herrn die Loyalität, doch als der junge Daimyo an der Reihe war, seinen Tribut zu leisten, verstieß er gegen die Etikette in dem er unehrenhaft das Geschenk an den Shogun überbrachte. Als er verstand was geschehen war, hatte er keine Wahl und griff aus Wut seinen Lehrer an. Dieser Angriff wurde schnell von Wachen unterbrochen, nur eine Narbe hinterließ der junge Daimyo. Ihm wurde Seppuku befohlen, sein treuester Diener hatte die Ehre seinem Herrn die letzte Ehre zu erweisen.
Der junge Daimyo, ganz in weiß gekleidet als Zeichen seiner Reinheit, beging Seppuku. Sein treuester Diener schwor Rache für den Verrat an seinem Herrn. Nach dem Tod ihres Herrn waren die 47 Samurai, die ihm dienten, herrenlos. Sie lebten das Leben eines Bettlers, sie gaben sich dem Alkohol und dem Glückspiel hin und wurden wie Dreck behandelt. Bis sie sich irgendwann entschlossen, sich zu rächen. Eines Nachts überfielen die 47 Ronin die Burg des Verräters und töteten ihn. Noch in derselben Nacht pilgerten 47 Ronin an das Grab ihres Herrn und legten den Kopf, der in einem Leinentuch eingewickelt war, auf das Grab. Sie erfüllten ihren Schwur, die Ehre ihres Herrn war wieder hergestellt. Noch in dieser Nacht geschah, was bis heute als Zeichen für ihre Loyalität gegenüber ihrem Herrn steht. Alle 47 Ronin begingen Seppuku und sie waren nun die 47 Samurai. Diese Geschichte ist eine Legende in Japan und steht für Ehre, Loyalität, für den Kodex des Bushido. Die Gäste waren fasziniert von dieser Geschichte, genau so wie wir alle. Natürlich gab es auch was zu essen, auf die Gäste wartete in der Pause ein riesen Büffet, das sehr lecker aussah. Die Gala war ein voller Erfolg. Wir können alle stolz drauf sein, dass wir das geleistet haben. Ich hoffe, dass die nächste Gala genauso erfolgreich wird.
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