Am 24. und 25. Juni 2006 fand in Houthdalen, Belgien ein Prüfungstag für Dan-Grade der Hakko-ryu statt. Im dem ruhig gelegenen, belgischen Örtchen fanden sich etwa 70 Schüler und Lehrer, Angehörige und Freunde der Hakko-ryu ein, um gemeinsam in traditioneller Stimmung mehrere Danprüfungen abzunehmen. Gastjuri waren Shihan Ernest Debrun, 9.Dan Ju-Jutsu (All Japan Seibukan Martial Arts & Way Association) und Shihan Christian Wiederanders, 7.Dan Tako-ryu-Bushido. Hauptprüfer war Shihan Francois Hensen, 8.Dan Allstyle Ju-Jutsu. Geprüft wurden Sensei Richard Cieslak aus Kaiserslautern zum 5.Dan, der mit der bestandenen Prüfung zugleich den Titel Shihan verliehen bekam. Nach dieser Verleihung nahm auch er als Prüfer an den folgenden Prüfungen teil. Des Weiteren gab es Prüfungen zum 1.Dan, 2. und 3.Dan von Schülern verschiedener Schulen aus Deutschland und Belgien. Bei den Prüfungen wurde vor allem viel Wert auf die Vermittlung der traditionellen Werte und der japanischen Atmosphäre wert gelegt, so dass Soke Hensen viele Situationen und Vorgänge dem anwesenden Publikum näher erläuterte, um die Wertigkeit klar zu machen. So wurden zum Beispiel von den Prüflingen Opfergaben am Schrein gebracht,
durch den Lehrer der erworbene Gürtel angelegt und der Erfolg der Prüfung mit einem Glas warmen Sake gefeiert. Nicht nur Techniken waren Bestandteil der Prüfungen, sondern auch die Durchführung grundsätzlicher Vorgänge wie das sachgemäße Falten einer Hakama oder das traditionelle Vorsingen zum Beweis der eigenen Charakterstärke. Selbstverständlich gab es für die Besucher aus Deutschland auch die Möglichkeit, das stattfindende Achtelfinalspiel zwischen Schweden und Deutschland am Fernseher zu verfolgen. Nachdem die Prüfungen beendet waren und die vielen Gratulationen ausgesprochen und Geschenke überreicht waren, wurde bald darauf von einem chinesischen Restaurant Essen angeliefert, so dass sich alle bei gemütlichem Abendessen zusammen fanden. Danach klang der Abend mit einer Feier bis spät in die Nacht aus, wo sich alle bei Musik, Tanz und Gespräch entspannen konnten.
FAZIT: Für die zwei Schüler des Tako-ryu-Bushido war es ein besonderes Erlebnis, an dieser Festivität teilzuhaben. Zwar wurden bald schon Unterschiede in der Auslegung verschiedener Grundgedanken wie Etikette und Verhalten offenbar, doch war die Grundstimmung - kollegial und freundlich - sehr beeindruckend. Die Anwesenden Mitglieder der Hakko-ryu waren allesamt offen und interessiert und ließen viel Gastfreundschaft erkennen. Einladungen zu Seminaren und Lehrgängen wurden vorbehaltlos ausgesprochen und auch ein Unterschied zwischen "Lehrern" und "Schülern" war bei dieser Feier kaum auszumachen. Alle waren Gleichgesinnte mit demselben Lebensweg. Alles in allem war es ein sehr schöner Tag mit vielen neuen Impressionen und interessanten Gesprächen. Gegen elf Uhr wurde die Heimfahrt angetreten - zu diesem Zeitpunkt war aber ein Ende der Feier noch nicht abzusehen. Ein Tag, den wir, die wir teilnehmen durften, gerne wiederholen werden! |