Am Samstag, den 21.06.2008, fand von 09.00 bis 15.00 Uhr ein Lehrgang zum Thema „Suchtprävention im Verein“ für alle Ausbilder
des Tatsu-Ryu-Bushido statt. Dieser Pflicht-Lehrgang für alle Ausbilder (zur Lizenzverlängerung) fand auf dem Gelände der Mannheimer
Schützengesellschaft e.V. statt und wurde vom Dojo Mannheim in Kooperation mit dem bwlv (Baden-Württembergischer Landesverband
für Prävention und Rehabilitation gGmbH) Fachstelle Sucht Mannheim organisiert. Durch die Aufnahme in das Mannheimer Projekt LAOLA
wurde dieser Lehrgang auch von weiteren Organisationen unterstützt und gefördert, dazu gehört der Badische Sportbund Nord, die
Sportjugend des Sportkreises Mannheim, sowie die Stadt Mannheim.
Unsere Referentin Frau Astrid Zapf-Freudenberg vom bwlv konnte uns die hervorragende Lokalität der Schützenhalle
organisieren, wodurch wir eine ausgezeichnete Lernathmosphäre genießen durften. Für ausreichend Speis und Trank, um die geistige und
körperliche Aktivität bei dem 6-stündigen Lehrgang aufrechterhalten zu können, wurde vom Dojo Mannheim gesorgt.
Nach anfänglichen Anfahrtsschwierigkeiten einzelner Teilnehmer zu dem doch etwas abgelegenen und nicht ganz leicht zu findenden Platz der
Schützengesellschaft, starteten wir den Kurs nach einer kurzen Vorstellungsrunde mit einer Präsentation zum Konsumverhalten in der BRD.
Weiterhin wurde den Teilnehmern eine Risikobewertung der verschiedenen Rauschmittel Alkohol, Zigaretten und Cannabis, sowie deren biologischer
Wirkungsweise dargelegt. Erschreckend waren hierbei auch immer wieder statistische Zahlen, wie zum Beispiel der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch
an reinem Alkohol, der bei rund 10,1 Liter in Deutschland liegt.
Noch erschreckender jedoch sind Untersuchungen zum Umfang von riskantem
Alkoholkonsum, was eine Suchtgefährdung
bedeutet: Ca. 9,3 Mio. Menschen zwischen 18 und 69 Jahren betreiben in Deutschland schon riskanten Alkoholkonsum!
Unsere Referentin ging selbstverständlich auch auf die Ursachen eines solchen Konsumverhaltens und auch die Ursachen einer Sucht ein. Ebenso wurden
Vergleiche der verschiedenen Drogen dargestellt, z.B. in Bezug auf die Dauer bis zur Abhängigkeit oder die Stärke der Abhängigkeit, sowie die
Verbreitung der drei häufigsten Drogen Alkohol, Nikotin und Cannabis in verschiedenen Altersgruppen.
Zwischen einzelnen Abschnitten der Theorie baute Frau Zapf-Freudenberg auch immer wieder kleine pädagogische Spiele ein, zu Beginn eine Art
Kennenlernspiel durch „stumme Verständigung“, zwischendrin das Ablaufen eines Zick-Zack-Kurses mit einer „Promille-Brille“ und abschließend ein
Team-Work- und Improvisationsspiel, bei dem es galt ein rohes Ei mit Hilfe von zwei Tesa-Streifen und acht Strohhalmen aufprallsicher
(bei einem Sturz aus 1,50 m) zu verpacken.
Einer der wichtigsten Punkte in diesem Kurs war dann der Bezug zum Verein und die Verantwortung des Ausbilder/Jugendleiters.
Was kann ein Ausbilder tun, was sollte er tun, was muss er tun. Wichtige Schritte beim Umgang mit Konsumenten, speziell auch bei Jugendlichen.
Dieses Thema wurde dann auch in einem Rollenspiel verdeutlicht und in einer realitätsnahen Situation (zwei 15-jährige Jugendliche seilen sich
im Zeltlager ab und betrinken sich bis zum Blackout des Mädchens) erprobt. Hier wurde schnell die Bedeutung eines gut geschulten Ausbilders klar,
der zum Einen natürlich die Jugendlichen „Täter“ ermahnen muss, Ihnen aber auch die Möglichkeit geben muss, selbstständig Ihren Fehler zu erkennen
und die Situation wieder „gerade zu biegen“ zu können. Solche Situationen stellen Balance-Akte für einen Ausbilder dar, der auf der einen
Seite nicht zu weich, aber auch nicht zu hart reagieren darf, immer jedoch auch mit Hinblick auf die gesetzlichen Regelungen.
Als wichtigster Begriff und als Essenz des gesamten Kurses, muss hier wohl die soziale Verantwortung eines (Sport-)Vereins fallen, der nach
wie vor großen Einfluss auf die Entwicklung von Jugendlichen hat. Diese soziale Verantwortung stellt Jugendleiter und Ausbilder vor große
Herausforderungen, was eine gute Eignung, hohe Motivation und intensive Schulung bedingt. Im Tatsu-Ryu-Bushido soll dieser Kurs ein weiterer
Schritt hin zum besseren Ausbilder sein, um unserer sozialen Verantwortung gerecht zu werden und unseren Schülern eine positive Entwicklung
zu ermöglichen.