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16. Kampfkunst- und Abenteuerzeltlager 2008
Gerbach vom Samstag, 26. Juli bis Freitag, 1. August 2008 (Bushido-Camp)

Unterricht mit Sensei Thorsten KleinIm Zeitraum von Samstag, dem 26. Juli, bis Freitag, dem 1. August, fand das 16. Internationale Kampfkunst- und Abenteuerzeltlager des Tatsu-Ryu-Bushido statt. Traditionell wurde auch dieses Jahr auf dem Azur Campingplatz in Gerbach gezeltet. Die Anreise vonüber 30 Teilnehmern erfolgte gegen halb ein Uhr. Mit von der Partie waren auch dieses Jahr wieder die Pfadfinder Sankt Marien Großen-Buseck, die die großen Jurten stellten, sodass niemand ein eigenes Zelt benötigte. Nach dem Okkupieren des uns zugewiesenen Platzes und dem Aufbau der Zelte erfolgtebereits das erste Einführungstraining unter Sensei Thorsten Klein (3. Dan, Bundestrainer), an dem alle teilnahmen. Die Anfänger erhielten einen ersten Einblick in die Grundtechniken und -gedanken des Tatsu-Ryu-Bushidound die Fortgeschrittenen wurden auf weiterführenden Unterricht eingestimmt. Weiterhin wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt: Die erste, „Uruk-hai“ genannt, leitete Senpai David Herbert (1. Kyu), die zweite, „Ryo-o-kai“, wurde in die Obhut von Senpai Viktor Schwab (2. Kyu) gegeben. Schon am ersten Abend bewiesen unsere Gastgeber ihre Kochkünste und gestärkt und voller Freude auf den nächsten Tag fielen wir ins Bett/ unsere Schlafsäcke.

Unterricht mit Shihan Christian WiederandersAm nächsten Morgen ging es pünktlich um halb acht hinaus, wurden wir zu diesem Zeitpunkt noch durch Senpai David und seine Triangel aus den Schlafsäcken gescheucht, so sollte sich bald das Wecken mittels animierender Musik etablieren. Darauf folgte der traditionelle Frühsport vor dem Frühstück, der für manche ob der frühen Uhrzeit etwas anstrengend und von den meisten als schweißtreibend empfunden wurde, aber bald zur Gewohnheit und ein gutes Mittel zum Wach-Werden wurde.An ein herzhaftes Frühstück schlossen sich drei Trainingseinheiten an, von denen eine Saiko-Shihan Christian Wiederanders (7. Dan) leitete, der auf den Grundelementen des Tatsu-Ryu-Bushido aufbaute, den fünf Elementen Erde, Wasser, Feuer, Luft und Leere. Die Mittagspause wurde von vielen zum Besuch des campingplatzinternen Freibades genutzt, andere wiederholten die Übungen im freien Training, das jederzeit möglich war, und manche holten einfach nur ihren Schlaf nach. Nachmittags übernahmen die Pfadfinder eine sehr interessante Einheit, in der sie uns verschiedene, direkt am Lagerplatz wachsende Kräuter und Blüten zeigten und uns deren Einfluss auf den menschlichen Körper erklärten. An dieser Stelle muss die Harmonie und Symbiose zwischen den Pfadfindern und den TRBlern gelobt werden, die von Anfang an eine homogene Gruppe bildeten und sich gegenseitig ergänzten und unterstützten (Kräuterkunde beispielsweise ist ein Bestandteil der Ausbildung im TRB). Abends blieb oft noch genügend Zeit zum gemütlichen Beieinandersein rings um das Lagerfeuer und es wurde den Interessierten in zwei „Märchenstunden“ von der Entstehung der Kampfkünste und den Grundlagen der asiatischen Medizin erzählt.

Kräuterkunde auf dem ZeltplatzDie nächsten Tage gestalteten sich ähnlich abwechslungsreich und lehrreich, die Einheiten wurden abwechselnd von Sensei Thorsten Klein, Senpai David Herbert, Senpai Viktor Schwab und O-Seito René Schaal (6. Kyu) gehalten. Gelehrt wurde uns nicht nur der waffenlose Kampf, sondern auch der Umgang mit Bo, Shinai und Bokken, für die Fortgeschritteneren auch Hanbo bzw. Tanbo, Tanto und Katana. Nachmittags ging es in den Wald, wo uns in spannenden Rollenspielen eindrucksvoll vor Augen geführt wurde, welche Schwierigkeiten sich bei der Errichtung, Verteidigung und dem Angreifen eines Lagers ergeben, welche Vor- und Nachteile der Wald mit sich bringt, welche Umstände (simulierende) Verletzte der Gruppe beim Eindringen in feindliches Gebiet bedeuten und wie das Wissen der Pfadfinder um stabile Knoten und Holzkonstruktionen für widerstandsfähige Palisaden verwendet werden kann.

Ausflug zum BarfußparkAm vierten Tag machten wir einen Ausflug auf den nahe gelegenen Barfußpfad, der ein wohltuendes und stimulierendes Erlebnis darstellte: Wir wurden auf einem mehrere Kilometer langen Pfad durch Schlamm und Schlick, über Sand, Kies, Gras und Holz, durch reißende Flüsse und über Hängebrücken geführt, natürlich unter absolutem Schuhverbot. Verschiedene Holzkonstruktionen dienten auch Gleichgewichtsübungen und wurden spontan von einigen TRBlern zum Training beschlagnahmt. Anschließend besuchten wir ein Freilichtmuseum, in dem komplette Häuser samt Einrichtungen zu sehen waren, vom späten Mittelalter bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Dennoch fiel auch an diesem Tag das weitere Training nicht flach und nach der Rückfahrt ging es mit dem üblichen Programm und frischem Elan weiter.

Gastreferent Shihan Jürgen KippelBesonders interessant gestalteten sich auch die Unterrichtseinheiten in Nippon Jiu-Jitsu, die von Shihan Jürgen Kippel (8. Dan) persönlich gehalten wurden, der am fünften Tag extra anreiste. Unsere Ausbilder wurden weiterhin auch von Sensei-ho Timo Gartner (1. Dan, Landestrainer Baden-Württemberg) unterstützt, der am selben Tag anreiste. Am Morgen des fünften Tages legten Michael Müller und Christian Stöhr ihre Prüfung zum 8. Kyu und David Herbert seine Prüfung zum 1. Kyu erfolgreich ab. Wir gratulieren den Erfolgreichen herzlich zu ihrem nächsten Gürtelgrad! In dieser Nacht wurden wir leider von einem Unwetter überrascht, doch das Problem wurde souverän gelöst: Gepäck und Schlafsäcke wurden einfach in das Jugendzimmer, das die Gastgeber uns für einen kleinen Obolus zur Verfügung stellten, verlegt und es wurde dort genächtigt. Der Umzug zurück in die Zelte (die natürlich alle noch standen) erfolgte am nächsten Tag. Eine besondere Einheit stellte auch der Schwimmlehrgang am Mittag dar, in dem wir wettkampfmäßig lernten, ein Gewässer zu überqueren ohne die Ausrüstung oder die Kleidung bis auf die (Bade-)Unterwäsche nass zu machen. Daran schloss sich ein Techniktraining im und unter Wasser und einen unterhaltsamer Pärchenwettkampf an.

Freizeit auf dem ZeltplatzAm letzten Abend wurde sowohl von Seiten der Pfadfinder mit zwei kleinen Theaterstücken als auch von den TRBlern mit einem Improvisationstheater lustiges Programm geboten und den Abschluss fand das Zeltlager mit der letzten Einheit unter Senpai David Herbert und einem Resümee nach dem Frühstück. Es stellte sich heraus, dass es keine nennenswerten Kritikpunkte gab (manch einer konnte sich sogar an keinen einzigen entsinnen), die positiven Aspekte somit eindeutig überwogen und wirklich jeder das gemeinsame Zelten und Trainieren genossen hat. In diesem Sinne können wir uns auf das Zeltlager 2009 nur freuen!!

Autorin: Kristian Krüger

Fazit von Michael Müller aus dem Dojo Mannheim:

Gemischte GruppeEs war nicht nur ein intensives und interessantes Training mit Saiko Shihan Christian Wiederanders, Sensei Thorsten Klein, Sensei-ho Timo Gartner, Senpai David Herbert und Senpai Victor Schwab, sondern auch die sehr lehrreiche Selbstverteidigungsvorführung von Shihan Jürgen Kippel in Nippon Jiu-Jitsu, an dem ich zum Teil auch als Uke (Übungspartner) teilhaben durfte (ein kleinwenig schmerzhaft, aber erste Klasse). Die Fünf-Elemente-Schulung unseres Saiko Shihan Christian Wiederanders war genauso spannend wie die Beschaffung des Feuerholzes, das wir unter den Gesichtspunkt stellten:" Wie überquere ich einen reißenden Fluss, ohne von den "Klingonischen Kriegern "entdeckt zu werden, bis hin um besagte "Treibstofftanks" (Feuerholz) den "Klingonen" zu entreißen“... Dank an Sensei Thorsten Klein, der es uns fantastisch rüberbrachte... Dazu kamen noch die Trainingseinheiten im Wald, wie man einen Stützpunkt errichtet, Angriff und Verteidigung durchführt. Die Kräuterkunde der Pfadfinderjugend war sehr hilfreich, genauso wie man einen Kreuzknoten mit Überwurf macht, um Holz ohne Nägel zu befestigen. Die Nachtwachen warenauch hilfreich, denn nur so lernt man sich zu kontrollieren, um nicht müde zu werden. Der Zusammenhalt war sehr stark. Man war regelrecht zum Team zusammengeschweißt. Ich persönlich habe neue Freunde kennenlernen dürfen, und die Schwimmbad auf dem ZeltplatzEhre gehabt, mit diesen Leuten trainieren zu dürfen. Dazu kam, die eigenen Leuten aus demselben Dojo näher kennenlernen zu dürfen, wofür ich auch sehr dankbar bin. Der Barfußpfad war auch ein abwechslungsreiches Erlebnis, wie auch das Freilichtmuseum. Spitze fand ich auch das Training im Freibad, wo uns gezeigt wurde, wie man einen ziemlich breiten Fluss schwimmend überquert. Die Abende am Lagerfeuer waren auch Klasse, aber erst als es sehr stark zu Regnen anfing, war auch hier Teamwork von Seiten der TRBler sowie den Pfadfindern sehr präsent. Abschließend möchte ich noch hinzufügen, dass es auf alle Fälle mir persönlich sehr viel Spaß gemacht hat, und ich mich schon auf nächstes Jahr freue, und es kaum erwarten kann, bis es wieder losgeht!

Ausblick 2009Ausblick „Samurai-Camp 2009“:

Kampfkunst pur in der Natur und ein Samurai-Rollenspiel, erwarten die Teilnehmer des Zeltlagers 2009 in Gerbach. Zusammen mit dem Europäischen Nippon-Jiu-Jitsu Verband und weiteren Referenten geht es vom Samstag, den 1. August bis Freitag, den 7. August 2009 nach Gerbach auf dem Donnersberg. Zum Termin- und Veranstaltungskalender >>>

   
Autoren: Kristin Krüger, Michael Müller
Bilder: Tatsu-Ryu-Bushido – Canon 400 D + David Herbert – Pentax K 10 D
Erstellt am: 03.08.2008
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