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Nippon-Jiu-Jitsu beim Budo-Club-Limburgerhof
Samstag, 25. April 2009

Limburgerhof, 25.04.2009

Der Ball rollt noch ein paar Meter, dann holt der Junge ihn ein, hebt ihn schnell auf und rennt an die Seite seiner zwei Freunde. Etwas unsicher stellt er sich an das Geländer des Schulhofs der Carl-Bosch Schule und schaut auf das kleine Fleckchen Grün auf der anderen Seite. In dieser Sekunde verbeugen sich auf besagtem Grün zwei dutzend schwarz gekleidete Männer und Frauen vor einem Mann mit Brille, stellen sich wieder aufrecht hin und erwarten still die erste Lektion des Tages. NJJ-Workshop-25042009 Denn was für den Außenstehend wie die die Zusammenkunft einiger Freizeitninjas aussehen musste, war der Auftakt des Nippon Jiu Jitsu Seminars in Limburgerhof unter Anleitung des Shihans Jürgen Kippel. Der aus Laubach mit einer erlesenen Entourage angereiste Meister musste nicht erst von Sensei Thorsten Klein vorgestellt werden um den anwesenden Kampfsportlern unterschiedlichster Grade klarzumachen mit welcher Kompetenz sie es hier zu tun hatten. Frei nach dem Motto „es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“ hatten es sich die Laubacher zum Ziel gemacht die Gruppe ernst drein schauender (für Außenstehende) und wissbegieriger, disziplinierter (Sicht der „men in black“) Sportler mit grundlegenden Techniken der Selbstverteidigungskunst Nippon Jiu Jitsu vertrau zu machen und sie auf eine potentielle Prüfung wenige Wochen später vorzubereiten. NJJ-Workshop-25042009 Mit klaren Worten und wenigen flüssigen Handgriffen wurden effektive Handhebel, Halte- und Transportgriffe, sowie Schlagtechniken und Würge-, Umklammerungs- und Boxabwehren am Uke Tobias aus verschiedenen Perspektiven demonstriert. Der geneigte Zuschauer musste sich schon nach wenigen Sekunden entscheiden ob er tiefen Respekt für die perfekte Darstellung durch den Shihan oder tiefes Mitgefühl für das bereitwillige „Opfer“ empfinden sollte. In kleinen Gruppen und unter Anleitung der mit angereisten Sensei wurden die Griffe geübt und -dank den sehr hilfreichen Händen und Worten von besagten Männern- verfeinert. Die Motivation der meisten Schüler äußerte sich sporadisch in einem mannigfaltigen Soundeffektkonzert begleitet vom ständigen Trommeln der abklopfenden Opfer. NJJ-Workshop-25042009 Bisweilen hatte man das Gefühl in einen Kampf aus „Star Wars“ mitzuwirken. Gegen eventuelle (sichere) Schmerzen im Handgelenk (Angreifer spielen ist nicht schwer, Opfer werden dagegen sehr) half eine effektive, als Gruppensport praktizierbare Handgelenksmassage um verrutschte Knochen und gedehnte Muskeln wieder aufzulockern. Neben dem anfängerfreundlichen Anleitungen und dem regelmäßigen Partnerwechseln, war es vor allem die lockere, humorvolle aber sehr souveräne Art des Shihans, die anfängliche Anspannungen bei „Frischlingen“ in totale Motivation verwandelte. Und natürlich war das eine oder andere kleinere Lob sehr hilfreich das 4 Stunden dauernde, die geballte Konzentration fordernde Seminar ohne größere Blessuren zu meistern. Nach einer kurzen aber heftigen Zusammenfassung und Wiederholung des Trainings mit allen Hebeln und Griffen durften sich die letzten Schaulustigen an den in Reih und Glied stehenden Schwarzkitteln erfreuen, während sie sich in tiefer Verbeugung beim Shihan und seinen Männern bedankten. Und auch für den kleinen Hunger zwischendrin war natürlich gesorgt. Wer so oft auf dem Boden der Tatsachen zu liegen hatte, während der Partner Arme und Handgelenke bis an die Grenze der Belastbarkeit ausreizte, konnte genüsslich an dem einen oder anderen Grashalm knabbern und so manchen Ameisenstaat mit perfekt angewandten Atemtechniken vom Angriff abhalten. Wem der kalorienarme Snack nicht genug war (es können nicht alle Vegetarier sein) durfte beim anschließenden Grillgelage Bratwürste, Steaks und köstlichen (Kartoffel-) Salat in rauen Mengen zu sich nehmen und in der kühlen Nachmittagssonne den ereignisreichen Tag Revue passieren lassen.

Fazit: Das Nippon Jiu Jitsu Seminar war in jeglicher Hinsicht ein Erfolg und Motivation weiter zu machen und zu kommen; zumal -wenn man Shihan Jürgen glauben darf- die Schmerzen in diversen Gelenken mit der Zeit nicht schlimmer werden...

   
Autor: Sarah Scheu
Bilder: David Herbert - Pentax K10
Erstellt am: April 2009
   
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