Stefan und Benjamin Knapp schreiben . . .
TAG 1: Anreise am Sonntag, den 21. März 2010
Am Sonntag, dem 21. März 2010 ging es für uns los! Nach mehr als 12 Monaten der Vorfreunde begann das große Abenteuer JAPAN! Mitten in der Nacht, kurz vor 05:00 Uhr, trafen wir – Olaf, Martin, Thorben, Sascha, Benjamin und ich – vorm Studio der Selbstverteidigung Wilhelmshaven ein und beluden den Kleinbus bei strömendem Regen! Leider nicht ganz beladen, wie ich kurz vor Varel leider feststellen musste! Obwohl wir wie geplant genau um 05:00 Uhr abfuhren, verließen wir Wilhelmshaven doch erst um 05:30 Uhr, weil ich vor lauter Hektik und Anschluss meinen Koffer im Auto vergessen hatte! So hatten wir schon zu Beginn der Fahrt ausreichend Gesprächsstoff! Und der ging uns auf der ganzen Reise niemals aus – wie man am Ende des Berichtes bemerken wird! Bei strömendem Regen fuhren wir dann über leere Autobahnen (nicht viele fahren ja sonntags um diese Zeit) Richtung Frankfurt und auf den Rückbänken wurde es zunehmend ruhiger – für Olaf als Fahrer und mich als Navigator recht angenehm!Auf der Sauerlandlinie haben wir dann erst einmal ausgiebig gefrühstückt und die Bedienung um diese Uhrzeit hoffnungslos überfordert! Mit etlichen Koffern und Taschen (wir hatten ja jeder auch Sportgepäck mit!) zogen wir zum vereinbarten Treffpunkt und trafen dort auf unsere Reiseleiter Christian und David, die bereits das Check-in für die gesamte Gruppe vorgenommen hatten. So mussten wir nur noch unsere Koffer aufgeben und um gute Sitzplätze verhandeln! Nach und nach trudelten die anderen Reiseteilnehmer aus fast ganz Deutschland ein und das Wiedersehen war groß, denn einige kannten sich vom Sommerlager auf der AIDAdiva oder dem Nordseecamp in Wilhelmshaven. Als die Gruppe vollzählig war, teilte Christian die Poloshirts mit dem Reiselogo aus und wir stellten uns zum ersten Gruppenfoto auf – es sollten noch viele weitere Gruppenfotos auf der Reise folgen, aber dafür wurden dann die Gruppen immer kleiner!Wir „Sechs aus dem Bus“ sind dann durch den Sicherheitscheck in den Abflugbereich und mussten dann einen SDS-Hoodie suchen (nicht so groß wie meine Koffer, aber hat auch gedauert). Auf dem Weg zum letzen „deutschen“ Frühstück bei McDonalds wurde der Hoodie auch gefunden. Alles wird gut! Um 12:50 Uhr begann das Boarding und wir sind an Bord des Jumbojets der Lufthansa. Obwohl eine Boeing 747-400, waren zu unserem Leidwesen die Sitze nicht breiter als auf einem Mallorca-Flieger, nur dass jetzt die Flugdauer mit 11 Stunden etwas länger war! Benjamin, Olaf und ich quetschten uns für den Flug in unsere Sitzreihe, Beinfreiheit nein danke! Und um uns herum nur japanische Schülerinnen! Kurze Zeit später starteten wir und flogen über das Eismeer, Sibirien und die nördliche Mongolei in das Land der aufgehenden Sonne – aber zuerst ging die Sonne unter und wir flogen durch die Nacht Richtung Tokyo. Zur Eingewöhnung gab es zum Abendessen dann schon mal Sushi - lecker!
TAG 2: Ankunft in Japan und erste Erfahrungen am Montag, den 22. März 2010
Am Montag, den 22.03. sind wir dann um 07:35 Uhr Tokyo-Zeit auf dem Narita-Airport gelandet. Die Sicherheitskontrollen zeigten uns, dass wir in eine andere Welt fahren – zum einen war die Kontrolle digitalisiert (Fingerabdrücke und Foto) und zum anderen waren die Beamten unglaublich höflich und freundlich! Wir zogen dann wie Schulkinder mit großen Augen hinter Christian und David her – bloß nicht den Anschluss verlieren! – und landeten dann beim ersten „Starbucks“. Während wir dort alle Kaffee tranken, besorgten unsere Reiseleiter den „Japan Rail Pass“ (neben dem Reisepass für die nächsten zwei Wochen das wichtigste und meist gezeigte Dokument!) und die Sitzplatzreservierung für den Narita-Express nach Shinagawa. Pünktlich um 10:45 Uhr fuhr der Express mit uns Richtung Tokyo. Hier erlebten wir den nächsten gewaltigen Unterschied zu Deutschland:wenn ein Zug um 10:45 abfahren soll, dann fährt er auch um 10:45 Uhr und nicht eine Minute früher oder später. In Japan heißt es deshalb auch „In Japan stellt man die Uhren nach den Zügen!“ Um 12:10 Uhr ging es dann von Shinagawa mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen weiter nach Kyoto, der alten Kaiserstadt. Für japanische Maßstäbe mit 2 Millionen Einwohner nicht richtig groß! Obwohl die Landschaft sehr reizvoll und einfach anders war und wir auch den Fuji-San passierten, überkam alle Reisenden langsam aber sicher die Müdigkeit und so waren wir dann auch plötzlich um 14:50 Uhr in Kyoto. Von dort ging es das letzte Stück mit dem Taxi – ungewohnt der Linksverkehr und dass die Tür der Taxis per Knopfdruck vom Fahrer geöffnet wird – zu unserem Hotel! Auf der kurzen Strecke kamen wir aus dem Staunen nicht heraus – die Menschenmengen und der dichte Verkehr! Schließlich kamen wir alle in kurzen Abständen im Hotel (Ryokan) Honnoji Kaikan an.Nach dem schnellen und freundlichen Einchecken bezogen wir unsere Zimmer. Und das war ein Erlebnis: die Zimmer waren echt traditionell japanisch! Das bedeutet: Pantoffeln für den Wohnraum und extra Pantoffeln für die Toilette, Zimmer mit Tatami-Matten ausgelegt, Stühle ohne Beine mit niedrigem Tisch, täglich wechselnde Süßigkeiten und grüner Tee auf dem Tisch und abends wurde das Zimmer umgeräumt und die Futon-Matratzen auf den Fußboden gelegt. Das war auf den ersten Blick sehr ungewöhnlich, aber letztendlich doch äußerst bequem. Nach dem Auspacken der Koffer haben wir uns die Kimonos angezogen und „die unglaublichen Vier“ - Sascha, Olaf, Benjamin und ich - sind dann in das traditionelle heiße Gemeinschaftsbad (Onsen) gegangen. Gottseidank waren wird dort allein und konnten erst einmal – ohne missbilligende Blicke zu ernten – alles ausprobieren! Das heiße Bad (ca. +43°C) war so angenehm und wohltuend!Das war nach der anstrengenden Reise Erholung pur – einfach klasse! Anschließend sind wir mal kurz um den Block und in einer Einkaufspassage verschwunden für die man eigentlich eine Straßenkarte bräuchte! Hier war es, wie man sich Japan eigentlich vorstellt: hektisches Treiben, schrille Leuchtreklamen, viel Musik, aber Freundlichkeit und Höflichkeit überall! Sascha und Benjamin brauchten fast 30 Minuten, um sich einen kleinen Snack auszusuchen und das obwohl alle Gerichte immer in Kunststoffnachbildungen ausgestellt sind. Die Entscheidung für vermutete Fleischbällchen entpuppte sich dann sehr zum Leidwesen der Käufer als Backwaren mit Tintenfischfüllung!! Nach diesem kleinen Snack ging es für die die gesamte Reisegruppe kurz vor 19:00 Uhr zum Kennenlern-Essen! Hier hatten wir dann die erste Begegnung mit der japanischen Küche: viele Gänge über Hühnchen, Nudeln, Ente, Kalamaris….! Und das nur mit Stäbchen!Nach dem Essen haben wir uns noch im Supermarkt versorgt und sind dann aufs Zimmer! So gingen die Anreise und der erste Tag im Fernen Osten vorbei! Einhellige Meinung: wenn die Erlebnisfülle so anhält, wird das ein irrer Urlaub!
TAG 3: Der Besichtigungstag in Kyoto am Dienstag, den 23. März 2010
Der erste richtige Tag in Japan begann mit einem lauten Weckton des Weckers und dem ersten traditionellen Frühstück in einem Ryokan! Das war eine Begegnung der unbekannten Art und gleichzeitig eine Herausforderung für die Beine! Das Frühstück wird im Schneidersitz eingenommen und das halten auch die Beine von Budoka beim ersten Mal nicht lange aus, ohne einzuschlafen! Das Frühstück war für Europäer echt sehr ungewöhnlich: grüner Tee, Miso-Suppe, Tofu heiß mit Gemüse, ein 3-Minuten-Ei ohne Schale, Gewürze, Reis und Trockenfisch! Aber es hat wirklich geschmeckt – auch wenn wir auf die Hilfe der freundlichen Bedienungen im traditionellen Kimono gekleidet angewiesen waren, die uns vorzeigten, was man wie in welcher Reihenfolge isst! Guter Hinweis für die folgenden Frühstücke! Wie ich aber hinterher bemerkte, verspürte man nach diesem Frühstück erst wieder in den späten Nachmittagsstunden Hunger und das war für das anspruchsvolle Besichtigungsprogramm sehr wertvoll! Nach dem Frühstück zog die ganze Reisegruppe dann mit Christian und David los. Jetzt war Bus fahren angesagt. In Japan steigt man hinten in den Bus ein und vorne beim Fahrer wieder aus, weil man dann auch bezahlt. Sehr erstaunt über die Ehrlichkeit waren wir, als wir bemerkten, dass die Leute, die wegen Überfüllung des Busses hinten ausstiegen, nach vorne kamen und dem Fahrer ihre Fahrkarte zeigten oder den Fahrpreis bezahlten! Erste Station war der „Goldene Pavillon“ Kinkakuji – eine wichtige Sehenswürdigkeit für Touristen. Leider verhinderte der Dauerregen, dass wir das Spiegelbild des Tempels im See sehen oder fotografieren konnten. Dennoch war der Anblick dieses riesigen japanischen Tempels inmitten der gepflegten japanischen Gartenlandschaft atemberaubend. Hier folgte dann auch ein weiteres Gruppenbild oder besser gesagt: es folgten etliche Gruppenbilder in unterschiedlichen Zusammensetzungen und noch mehr Einzelbilder. Die Gartenanlage wirkte natürlich, obwohl der Standort der kleinsten Pflanze geplant war und selbst jeder Ast kunstvoll beschnitten war! Ziemlich angefeuchtet durch den Regen, aber aufgewärmt durch eine heiße Dose Kaffee aus dem Automaten (diese Getränkeautomaten waren eine wichtige Hilfe für die erfolgreiche Teilnahme an den vielen Ausflügen!) ging es zu Fuß zum „Steinernen Garten“ im Ryoan ji Temple. Hier befindet sich ein Steingraten mit 15 Steinen, die in einem akribisch gehakten Kiesbett in verschiedenen Gruppierungen so angelegt sind, dass man unabhängig vom Standort niemals alle 15 Steine mit einem Blick erfassen kann. Das soll die Weisheit des Buddhismus verdeutlichen, dass man niemals das Ganze überblicken kann! Die Gartenanlage um diesen Tempel war noch eindrucksvoller als die vorhergehende Landschaft. Aufgrund des stärker werdenden Regens begann die Gruppe bereits jetzt mit dem Spiel „10 kleine Negerlein..“ und wurde kleiner! Die Wilhelmshavener Busgruppe erweitert um Ingrid aus Wilhelmshaven und Arthur aus Brombach nahm das Angebot der Reiseleitung für die Besichtigung eines weiteren den Touristen aber weniger bekannten Attraktion begeistert an! Noch ein weiteres Stück zu Fuß und schon standen wir vor einem riesigen Holztor mit zwei Wächterfiguren . Dies war der Eingang zum alten Kaiserpalast Ninna-ji aus dem neunten Jahrhundert! Auf Socken streiften wir durch die Häuserlandschaft des gewaltigen Holzpalastes und genossen das beruhigende Geräusch des plätschernden Regens in den zugehörigen Gärten! Anschließend durchstreiften wir das Gelände mit seinen etlichen Schreinen und Tempeln. Einfach überwältigend war der Anblick der 33 Meter hohen fünfstöckigen Pagode! Ein weiteres Fotomotiv fürs Fotoshooting war gefunden! Nachdem die Suche nach einem Restaurant ergebnislos verlief sind wir mit dem Bus zurück ins Hotel und es begann der Marathon des Postkartenschreibens bei grünem Tee, aber erst nach einem Bad im Onsen! Zum Abendessen sind wir dann zur Kyoto-Station gefahren und Christian hat uns das achtstöckige im Bahnhof integrierte Einkaufszentrum gezeigt. Vom Dach im 12. Stock hatte man einen eindrucksvollen Blick über Kyoto bei Nacht! Gegessen haben wir dann gut in einem Schnellrestaurant in der „Fressmeile“ in der achten Etage. Nur das „Grüne Tee-Eis“ war nicht so gut und so musste ich mein Walnusseis abge ben! Wir sind dann gegen 22:00 Uhr zurück und haben bei Starbucks noch einen Kaffee zum Tagesabschluss getrunken!
TAG 4: Ausflug nach Himeji am Mittwoch, den 24. März 2010
Nach dem ersehnten (aber nicht von allen) Frühstück sind wir fast alle mit dem Shinkansen HIKARI nach Himeji gefahren. Auch hier Dauerregen, aber dafür hatte fast jeder vom Hotel kleine durchsichtige Regenschirme bekommen. Das half beim Fotografieren enorm, weil die Kamera dann nicht wegschwamm und schulte die Koordination der Hände für das gleichzeitige Halten der Regenschirmes, das Halten und Auslösen der Kamera! Auch im entfernten Himeji war das Wetter nicht besser und so sind wir im Eiltempo zum „Schloss des weißen Reihers“ gegangen. DA FEHLT WAS. In einer langen, sich langsam bewegenden Menschenschlange, sind wir dann die endlosen gewundenen Gänge und selbst für Japaner niedrigen Tore in das Schloss geschlichen. Diese imposante Festung ist sehr eindrucksvoll und strömt eine Aura der Macht aus – deshalb wurde sie in ihrer Geschichte auch nicht eingenommen oder gar belagert! In einer perfekt organisierten Station wurden die Schuhe gegen Pantoffeln gewechselt und die tropfenden Regenschirme in Einweghüllen eingetütet. Nur so bleibt der jahrhundertealte Holzboden trotz der Busuchermassen unversehrt! Natürlich sind wir dem Rundweg durch die sieben Etagen der von außen nur fünfstöckigen Pagode gefolgt. Die Treppen waren wegen ihrer Enge und Steilheit schon für manche eine echte Herausforderung! Der Zeitplan war wegen der unerwarteten Menschenmenge damit gesprengt und so ging es dann erst um 15:45 Uhr weiter Richtung Mount Shosha! Die Gruppe hatte sich wieder verkleinert und so waren es nur 23 Leute die mit der Seilbahn auf den Berg fuhren! Das Personal der Seilbahn war über den europäischen Besucherandrang überrascht – dieser Ort wird sonst nur von Japanern besucht! Von der Bergstation ging es zu Fuß - immer noch bei Regen und deutlich kälter geworden – weiter bergaufwärts zu dem Engyoji-Tempel. Diese Anlage inmitten der wolkenverhangenen Wälder mit den riesigen Bäumen versetzte uns in absolute Sprachlosigkeit! Hier wurde auch der Film „The last Samurai“ mit Tom Cruise gedreht! Mit der vorletzten Seilbahn ging es gegen 16:15 Uhr wieder abwärts und ziemlich durchgefroren und nass fuhren wir mit dem Bus zurück zum Bahnhof. In der Passage haben wir dann in einem japanischen Restaurant in eigenem Séparée Nudeln mit Huhn gegessen und Benni und ich haben uns mit Sake wieder aufgewärmt. Nicht ganz billig, aber lecker! Aber Benni und Arthur wurden doch nicht ganz satt und haben die japanischen Burger bei McDonalds probiert! Waren wohl auch ganz lecker, denn es blieb nicht bei diesem einen Burger! Nach einem anstrengenden, aber so erlebnisreichen Tag, waren wir erst gegen 23:00 Uhr im Hotel und haben dann sofort die Eindrücke im heißen Bad verarbeitet. Danach fand noch ein ungeplantes, aber lustiges Treffen mit Asashi-Bier im Foyer statt – natürlich gekühlt aus dem Automaten oder aus dem rund um die Uhr geöffneten Supermarkt nebenan!
TAG 5: Ausflug nach Nara am Donnerstag, den 25. März 2010
Welch Überraschung! Heute gab es kein Frühstück mit Tofu , Reis und Trockenfisch, sondern Milch, Croissants, Wurst, Marmelade, Spiegelei, Schinken und Obst! Angeblich auch japanisch, aber nicht so sättigend! Wieder um 10:00 Uhr sind wir dann mit dem Bus zum „Silbernen Schrein“ Ginkakuji, dem Gegenstück zum „Goldenen Pavillon“ gefahren. Der Weg zum Tempel führte vorbei an großen Bambuswäldern. Dann betraten wir eine faszinierende Gartenlandschaft mit fein gehaktem Kiesgarten, Bach- und Seenlandschaften mit kleine Wasserfällen, Steinen, Mega-Bonsai , Moosflächen – alles liebevoll zu einem fesselnden und zugleich beruhigenden Ganzen zusammengefügt! Der Pavillon selbst stand wie üblich in einem kleinen See , trat aber durch die Gartenlandschaft einfach in den Hintergrund! Anschließend ging es mit der Nara-Linie nach Nara. Bei mittlerweile gemäßigtem Regen gingen wir bergaufwärts in den Nara-Park und waren ganz entzückt über den Anblick der ersten freilaufenden „heiligen Hirsche“! Aber es kam noch besser. Auf dem Weg zum Tempel durch die Einkaufsstraße standen Dutzende von Hirschen zwischen den Besuchern herum und gingen keinen Schritt an die Seite. Im Gegenteil – wenn die Hirsche etwas Essbares erschnüffelten, verfolgten sie die Besucher und tr ieben sie geradezu vor sich her!. Und dann standen wir vor dem Todai-ji Tempel, dem größten Holzhaus in Japan. Aber bevor wir uns dieses überwältigenden Eindruckes hingeben konnten, erfolgten wieder ein paar Gruppenbilder für die Erinnerung und das Internet! Der Tempel ist mit 57 m Breite, 50 m Tiefe und 48 m Höhe wirklich groß! Im Zentrum des Gebäudes befindet sich eine 15m hohe Buddha-Statue – einfach unbeschreiblich dieser Eindruck! Dabei handelt es sich um das größte Heiligtum der Buddhisten in Japan – wirklich das größte! Auf dem Rückweg in die Stadt sind wir noch zur zweithöchsten Pagode in Japan, der Nan-endo-Pagode gegangen! Leider war das Wetter recht unangenehm, sodass wir uns ein Restaurant suchten. Und mit der schnellen Auswahl haben wir einen richtigen Glücksgriff getan. Die Bedienung war sehr attraktiv, sprach fließend Englisch und hatte viel Humor (braucht man auch mit uns!) Das Essen war super: vorweg heißen Tee (vom Haus), danach gebratenes Huhn mit Reis, Salat, Gemüse, Sesamkörner zum Selbstzermahlen und Suppe (Beilagen "all you can eat"), dazu Sake und Bier und zum Schluss noch kalten Tee (auch wieder von Haus!). Gut gesättigt und aufgewärmt sind wir dann durch die Einkaufspassage gebummelt und zurück nach Kyoto gefahren! Da haben wir die Gelegenheit genutzt und sind noch durch das große und sehr exklusive Kaufhaus gebummelt. Das war nicht ganz unsre Preisklasse, aber es war schon ein Erlebnis, dass sich alle Verkäuferinnen und Verkäufer vor jedem Kunden verbeugen und freundlich aber unaufdringlich begrüßen! Nach dem ersehnten heißen Bad im Onsen gab es wieder eine kleine Hopfenkaltschale zum Tagesabschluss im Foyer! Sascha, Benjamin, Martin, Thorben und Arthur sind dann zur ersten Disco-Nacht aufgebrochen und zogen durch die Nacht bis der (oder dem) Morgen graute!
TAG 6: Teezeremonie und Ausflug ins Iga-Ninja-Museum am Freitag, den 26. März 2010
Nach einem (endlich wieder) traditionellen japanischen Frühstück sind wir in einer kleinen Gruppe zur Teezeremonie losgegangen. Weil der Bus an der Kyoto-Station nicht pünktlich kam (Ungewöhnlich für Japan – vermutlich haben wir den Fahrplan falsch entziffert!) kamen wir nicht gerade pünktlich zur Teezeremonie. Aber auch das war ein Erlebnis, obwohl das Sitzen im Zen-Sitz für fast eine Stunde schon Alles abforderte! Zum Abschluss der Zeremonie durften wir alle auch einmal den grünen Tee mit dem Pinsel selbst anrühren bzw. aufschäumen – sieht leichter aus als es ist. Nach dieser ruhigen Teezeremonie begann die aufregende Fahrt zum Ninja-Museum in Iga-ueno. Nachdem Thomas und ich uns an der Information in der Kyoto-Station über den Fahrplan dorthin informiert hatten, fuhren wir mit dem Schnellzug Richtung Nara und stiegen in Kizu in die Regionalbahn um. Nach einer Station wechselten wir bei Kamo in die Nahverkehrsbahn und mit dieser Bergbahn ging es durch enge Täler auf der Schmalspurbahn immer höher hinauf Richtung Iga. Nach vielen Stopps an jedem Bahnhof kamen wir endlich an und mussten dann bei sehr kaltem Wind noch ca. 5 km zu Fuß zum Museum gehen und das noch ohne Ausschilderung und sehr groben Karten!Aber letztendlich haben wir es gefunden und die Vorführung durch eine junge Japanerin in traditioneller Ninja-Kleidung (vermutlich aus der alten Ninja-Familie Iga) war sehr eindrucksvoll – besonders weil einige von uns auch die geheime Drehtür nutzen durften. Das war aber im Vergleich genauso elegant und geräuschlos wie ein Dinosaurier zu einem Schmetterling! Nach der Besichtigung des Museums ging es die gleiche Strecke zurück – nur etwas zügiger, weil der Zug um 17:30 Uhr ging (und der nächste erst 18:45 Uhr), wir aber nur noch 45 Zeit hatten! Somit haben Olaf und ich die Gruppe forschen Schrittes gezogen und als Belohnung gab es am Bahnhof auch heiße Getränke! Auch wenn der Besuch sehr anstrengend war, hat er sich wirklich gelohnt, denn man konnte dort tiefe Einblicke in den Mythos der Ninja gewinnen! Im Kamo fehlte plötzlich Ingrid und ich musste sie suchen, aber plötzlich war sie wieder da und wir erreichten doch unseren Zug nach Kizu. In Kizu kam dann die nächste Erschwernis: am Bahnsteig stand ein Zug nach Kyoto, aber ein Nahverkehrszug. Der Schnellzug kam erst ein paar Minuten später! Trotz meiner Warnung stiegen erst einer in den Zug und dann letztendlich alle anderen hinterher! Nach drei von 16 Stationen wurden die Gesichter wegen der enormen Geschwindigkeit immer länger und so sind wir dann 9 Stationen vor Kyoto in den gegenüber haltenden Schnellzug umgestiegen und waren dann fast in Echtzeit in Kyoto. Dieser fordernde erlebnisreiche Tag wurde natürlich wieder mit einem heißen Bad im Onsen beendet – das werde ich in Deutschland vermissen! Das war der letzte Tag in Kyoto – morgen geht’s nach Tokyo!
TAG 7: Kleine Besichtigungen in Kyoto und Abfahrt nach Tokio am Samstag, den 27. März 2010
Da wir bis 10:00 Uhr die Zimmer räumen mussten, war heute schon um 08:30 Uhr das (letzte) japanische Frühstück! Das Wilhelmshavener Busteam ist dann noch bei strahlendem Sonnenschein (Sonne in Kyoto!) zum Samurai-Geschäft Haruko Tsudiya gelaufen - zum großen Bedauern der Party-Gang die am Vorabend mal wieder das Partyviertel unsicher gemachte hatte! Aber der Fußweg hat sich gelohnt. Echte Samurai-Rüstungen und echte handgeschmiedete Katana bis zu 2,9 Millionen Yen. Einfach unglaublich! Langsam sind wir am Fluss entlang zum Hotel geschlendert und sind dann in kleinen Gruppen mit Taxen zum Bahnhof gefahren. Nach einem kleinen Snack mit echtem Graubrot fuhren wir mit dem Shinkansen nach Tokyo. Nach 2,5 Stunden Fahrt bei weiterhin strahlendem Sonnenschein sind wir in Shinagawa in die S-Bahn nach Omori umgestiegen (mit den Koffern bei den Rolltreppen und vielen Menschen in Tokyo nicht so einfach!). Nach kurzem Fußweg waren wir dann da im Omori Art Hotel. Ein luxuriöses Hotel im westlichen Standard und damit zwar mit größeren Zimmern aber dafür auch ohne Onsen! Nach dem Einrichten war um 18:00 Uhr Treffen mit der ganzen Gruppe. Benni ist mit Sascha, Thorben, Martin und Arthur nach Roppongi ins Vergnügungsviertel aufgebrochen, was sich im Nachhinein als echtes Highlight herausstellte, während Olaf und ich mit einigen Anderen nach Ueno gefahren sind. Dort haben wir erst den Ueno-Park bei Nacht angeschaut (hier feiert Tokyo die Kirschblüte) und einen Kaffee bei Starbucks getrunken. Und dann ging es zum Essen ins Hardrock Café Tokyo Ueno-eri! Das war ein echtes Erlebnis. Tolle Musik, ausgeflippte Bedienung, leckeres Essen und Powershopping im Hardrock-Café-Shop!
TAG 8: Besichtigungen in Tokio am Sonntag, den 28. März 2010
Schon beim Frühstück merkten wir, dass es in Tokyo mit der Ruhe von Kyoto vorbei war – kein ruhiges Frühstück in einem eigenen Raum, sondern eine lange Schlange und geräuschvolle Hektik! Mal davon abgesehen, dass das Frühstück weder rein japanisch noch rein westlich war! Aber um 10:00 Uhr brachen wir dann unter der Führung von David nach Shibuya auf! Das war richtiges Großstadtleben: sonntags um 11:00 Uhr morgens waren die Geschäfte und Straßen voll. Eindrucksvoll waren die Menschenmengen, die bei Grün in alle Richtungen über die Kreuzung gingen. Da musste man einfach mit dem Strom mitgehen, anders ging es nicht! Durch die Einkaufstraßen mit den Leuchtreklamen und endlosen Geschäften vorbei an modisch oder schrill gekleideten Menschen (besonders sind hier die Vielzahl und die Länge der Miniröcke erneut zu erwähnen!) gingen wir nach Harajuka, eine enge Basar ähnliche Einkaufsstraße! Das war einfach irre! Hier macht einfach nur das Gucken Spaß! Im Oriental Basar hat dann der ganze Rest der Gruppe Geschenke gekauft. Auch hier die Freundlichkeit des Personals. An der Kasse wird bei jedem Einkauf die Rechnung mit den Waren vergleichen und dem Käufer jeder gekaufte Gegenstand gezeigt! Und alles mit einem Lächeln! Nach dem Einkauf hat sich die Gruppe zum freien Manöver aufgelöst und die Wilhelmshavener und Brombacher Touristengruppe ist dann zurück zu Harajuka, aber nicht ohne zuvor ohne einen kurzen Halt bei Starbucks bzw. einer Döner-Bude! Natürlich wollten wir auch heute noch mal eben kurz einen Schrein aufsuchen, was wäre ein Tag in Japan denn ohne Besuch eines Schreines oder Tempels? Leider war hier die Schlange zu lang und deshalb sind wir zurück nach Shibuya. Von dort sind wir zur Ginza gefahren. Die vierspurige Straße ist der Einkaufsort für die wohlhabenderen Japaner und wird samstags und sonntags extra fürs Einkaufen für vier Stunden für Autos gesperrt. Das ist wirklich eine Nobelstraße! Hier reihen sich Prada, Yamaha, Cartier, Rollex, Tiffany aneinander und – unglaublich – auch „H&M“. Von den Eindrücken überwältigt sind wir zurück ins Hotel und haben uns dann für die Fahrt nach Roppongi vorbereitet. Mittlerweile war es zwar immer noch trocken, aber nur noch +5°C warm! Im „Fridays“ haben Benni und ich dann den „Ultimate Jack Daniels“-Burger gegessen und ich habe das Riesending - zum größten Vergnügen meines Sohnes Benjamin - nur nach einer halbstündigen Pause geschafft! Nach der Rückkehr gab es dann „Fluch der Karibik“ auf Japanisch (im Fernsehen) – mal etwas ganz anderes!
TAG 9: Ausflug nach Yokohama und erste Trainingsmöglichkeiten am Montag, den 29. März 2010
An diesem Tag stand Yokohama auf dem Programm. In einer etwas überheizten S-Bahn führte uns David zuerst zum japanischen Garten. Aber es bleib beim Versuch, denn der japanische Garten (es gibt mehrere davon) entpuppte sich als Pferderennbahn mit Parkanlage. Aber so haben wir wenigstens mit der Treppe mit mehr als 80 steilen Treppenstufen etwas sportliche Betätigung gehabt. Also nichts wie zurück in die City von Yokohama. Vom Bahnhof sind wir nach China Town, dem chinesischen Viertel, und erst einmal ordentlich gegessen – Deutsche in Japan beim Chinesen!. Nicht zu vergessen an dieser Stelle, die Gruppenbilder! Durch das Gewimmel des chinesischen Viertels sind wir zum Hafen und haben dort vor dem alten Oceanliner Hikawa Maru erneut ein Gruppenbild aufgenommen. Mit freundlicher Unterstützung durch eine attraktive Japanerin! Am Hafen marschierten wir dann wegen des heftigen Regens ziemlich schnell ins Anlegeterminal für die Passagierschiffe und warteten das Ende des „Monsunregens“ ab. Anschließend wollten wir zum Riesenrad und dann zurück zum Bahnhof gehen. Aber das einzelne Riesenrad entpuppte sich als der Vergnügungspark „Cosmoworld“ mit Achterbahn und Wildwasserbahn.. Also erst in das Riesenrad und einen Blick über Stadt und Hafen werfen – aus 112 m Höhe geht das ja auch sehr gut. Danach ab in die Achterbahn! Da habe ich Angst gehabt. Die Wagen waren nicht für Europäer gebaut, der Bügel konnte wegen meiner Körpergröße nicht schließen und ausserdem schauten Thorben und ich über alle in den Wagen vor uns sitzenden Japaner hinweg! Aber die Fahrt war cool – auch wenn wir alle unentwegt den Kopf eingezogen haben. Aber dann ging es wirklich zurück ins Hotel. Dietmar hatte während unseres Ausfluges seinen zweiten Dan im Jiu-Jitsu gemacht und schloss sich uns dann mit Frau und Arthur an! Ziel des Abends war der Tokyo Tower! D er Turm sieht aus wie der Eifelturm, aber natürlich nur heller und auffälliger beleuchtet. In 150m Höhe war der Blick über das beleuchtete Tokyo bei Nacht einfach einmalig faszinierend – ein lichtdurchflutetes Häusermeer in alle Himmelsrichtungen so weit das Auge reicht! Auf dem Rückweg konnte ich mich vor einem Besuch bei McDonalds schließlich nicht mehr wehren – es blieb aber auch bei diesem einen Mal!
RANDNOTIZ: Am Abend fand durch das Tatsu-Ryu-Bushido angemeldete Training im Kodakan (Judo) statt. Es wurde als Ersatz für das abgesagte Karate Training vor Ort auf Wunsch einzelner Teilnehmer organisiert, Hierzu konnte ebenfalls am nächsten Tag eine weitere Einheit besucht werden. Und dank dem Teilnehmer Olaf Jansen (Polizist) konnte auf Grund organisierter Kontakte der Polizei in Kyoto und Tokio, zwei weitere Abende mit Aikido Training erweitert werden. Somit standen statt 1 nun 4 genutze Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung!
TAG 10: Ausflug zum Fuji am Dienstag, den 30. März 2010
Nach einem umfangreichen, aber nicht abwechslungsreichen Frühstück, brach ein großer Teil der Reisegruppe zur Besteigung des Fuji-san auf! Bei strahlendem Sonnenschein aber recht kühlen Temperaturen (die einknöpfbare Innenjacke für die Windjacke macht sich jetzt bezahlt!). Die Fahrt dorthin war schon ein Abenteuer für sich! Erst mit der S-Bahn nach Shinagawa. Von dort nach Takao, umsteigen in die Bahn nach Otsuki. Anschließend Weiterfahrt mit einer Privatbahn nach Fujiyoshida. Ruckzuck nach fast vier Stunden waren wir dort. Auf der Fahrt mit der Privatbahn kamen wir dem heiligen Berg immer näher und konnten ihn beim Durchschlängeln der Täler immer wieder erblicken – so eindrucksvoll der weiße Gipfel! Am Endbahnhof angekommen, erblickten wir zunächst nicht den Fuji-san, sondern eine Achterbahn, die sich senkrecht in die Tiefe stürzte. Aber der harte Kern blieb dieses Mal standhaft und wir alle stiegen in den Bus Richtung Berg. Durch die Anlage des Fuji Sengen Schrein sind wir bergaufwärts und haben dann von einem Aussichtspunkt den schneebedeckten majestätischen Gipfel zum Greifen nahe gehabt. Wie sollte es auch anders sein, erst das Gruppenbild, dann das Genießen des Anblickes. Es folgte ein mehrstündiges Fotoshooting mit und ohne Gi in mehr oder weniger gestellten Fotos! Aber der Anblick war echt toll!. Der Versuch dem Berg näher zukommen scheiterte aus Zeitgründen, denn im Gegensatz zu Tokyo fährt die Privatbahn nicht mehr so spät zurück. Bei untergehender Sonne sind wir dann zurück zum Bahnhof und haben uns im Einkaufszentrum mit kleinen Snacks versorgt, dabei wurden wir alle von den Japanern vorgelassen, weil wir ja unseren Zug noch bekommen sollten. Einfach toll, diese Freundlichkeit! An der Omori-Station haben wir im Kaufhaus noch schnell, aber gut gegessen! Und dann zurück ins Hotel und anfangen mit Zimmerfete bei Thorben und Martin (hatten das aufgeräumteste Zimmer!)
TAG 11: Kamakura, Kaiserpalast und Onsen am Mittwoch, den 31. März 2010
Von Omori fuhren wir mit der S-Bahn nach Kamakura. Nach einem kleinen Abstecher zu einem Tempel (Namen habe ich nicht behalten) sind wir zum Kotkin-Tempel mit der größten sich im Freien befindlichen Buddhafigur Japans. Die Statue ist mit fast 12m Höhe und 120 Tonnen Gewicht sehr imposant. Kaum zu glauben, dass sie 1492 von einem Tsunami weggespült wurde, obwohl sie ja mehrere Meter über dem Meeresspiegel und gut 20 Minuten Fußweg vom Strand entfernt ist. Nach der letzten religiösen Sehenswürdigkeit dieser Japanreise sind wir dann zum Pazifik gestrebt – zum Gruppenbild im Pazifik (nur mit den Schuhsohlen, aber im Pazifik!). Die Reisegruppe an diesem Ausflug war schon deutlich geschrumpft und umfasste nur noch 16 Leute. Mit der S-Bahn fuhren wir dann direkt zur Tokyo-Station und haben in den Schluchten der Tokyoer Wolkenkratzer des Geschäftsviertels nach einem Restaurant gesucht. In der Untergrundeinkaufspassage haben wir dann in einem typischen japanischen Schnellimbiss an einem Tresen sitzenden Nudeleintopf mit Stäbchen geschlürft. Die dort sitzenden Geschäftsleute haben in ihrer Mittagspause gestaunt und bestimmt Gesprächsstoff gesammelt. Von hier haben wir uns dann direkt in den Kaiser-Palast begeben. Schließlich hatte Christian ja den Kaiser gebeten, sich uns zu zeigen. Nach einer guten Stunde in der eindrucksvollen Palastanlage mit ihren großen Mauern und weiter Gartenflächen war es dann auch soweit. Drei schwarze Limousinen fuhren an uns vorbei und aus den drei Autos winkten uns der Kaiser, die Kaiserin und die Tochter zu. Ein echtes Gänsehautgefühl. Und ab jetzt war nur noch der echt harte Kern zusammen: Christian und David als Reiseführer, Ingrid, Sacha, Arthur, Benjamin und ich! Wir habe alle Ausflüge mitgemacht (und das hat mich einen Schuh gekostet!). Von Shimbashi sind wir mit der unbemannten Einschienenbahn über die Regenbogenbrücke auf die künstliche Halbinsel Odaiba gefahren und in das Oedo-Onsen Monogatari gegangen. Das war einfach irre. Es handelt sich um ein Onsen-Erlebnisbad. Nach dem Umkleiden in den ausgewählten Kimono kommt man zuerst in eine Erlebniszone mit Einkaufen, Essen und Trinken. Dann geht es in die Bäderlandschaft mit verschiedenen heißen Bädern, d.h. verschiedene Zusätze und Temperaturen. Ganz irre ist das heiße Bad unter freiem Himmel! Außerdem gibt es dort noch einen Außenbereich (natürlich mit Kimono und wärmerer Jacke) mit eine m Wasserpfad (Fußbad/-massage) . Das ist sehr gewöhnungsbedürftig, weil der Untergrund zur Fußmassage mit unterschiedlichen Kieseln versehen ist. Nach zwei erholsamen Stunden in dem Onsen und einem Ansturm von 25 jungen Volleyballerinnen auf Benni, die nur mit ihm fotografiert werden wollten, sind wir zur Freiheitsstatue gegangen und haben dabei eine halbstündige Wasserfontänen - Licht- und -Lasershow genossen! Das war wie eine Verabschiedung extra für uns. Dieses Lichtspektakel vor der beleuchteten Regenbogenbrücke und derTokyoer Skyline bleibt unvergesslich! Zum Abschluss dieses wundervollen Tages, haben wir gesunde Riesen-Burger mit Blick auf den Hafen und Tokyo gegessen. Die Burger waren wirklich gesund – mit Avocado und Ananas.
TAG 12: Kirschblüten und Sayonara-Party am Donnerstag, den 1. April 2010
Der für heute geplante Ausflug begann mit etwas Verspätung, weil am heutigen letzten Tag von Claude Weiland (B.A.E.) die Teilnehmerurkunden ausgegeben wurden! Jetzt war es fast wie im Frühling und deshalb stand heute die Kirschblüte im Ueno-Park auf dem Programm. Der ganze Park blühte in zartem (Rosa-)Weiß und auf den Wiesen saß scheinbar ganz Tokyo und feierte mit Essen und Getränken die Kirschblüte (jap.: Sak ura). Japanisch durchorganisiert waren die Flächen eingeteilt und zeitlich zugewiesen und der Rasen mit Folien abgedeckt. Bei +19°C fuhren wir dann in das Elektronikviertel Akihabara. Hier gibt es alles was unter den Begriff Elektronik fällt. Der 65“-TV war schon recht eindrucksvoll. Aber der Geräuschpegel war schon etwas abschreckend und der Döner noch viel mehr. Von hier ging es für den verbliebenen Rest der Gruppe nach Asakusa, dem alten Edo. Hier ist die eigentliche Altstadt und deswegen nahmen Sascha und Ingrid sowie Benni und ich sofort die Gelegenheit zu einer Riks ha-Fahrt wahr. Das war echt witzig. Die Fahrer zogen uns im Dauerlauf durch die Straßen und erklärten dabei noch die Gegend! Nach den 20 Minuten erfolgte der letzte Einkaufsbummel durch einen Basar, der durch ein Interview eines japanischen Fernsehsenders zu den Themen „Gangart der Japanerinnen“ und “die Angewohnheit der Japaner in Zügen zu schlafen“ erneut zu einem besonderen Ereignis wurde. Letze Souvenirs kaufen und dann war es vorbei – fast vorbei! Abends fand dann die Sayounara-Party in Omori in einem Restaurant auf Empfehlung von Christian und David statt. „All you can eat and drink“ auf einem kleinen Grill für jeden Tisch – das Essen und die Getränke wurden aus einer Karte ausgewählt und dann selbst auf dem Tisch gegrillt. Echt klasse und sehr lustig – besonders das Gruppenbild mit der Bedienung! Vom achten Stock ging es dann nach unten in den dritten Stock zur Karaoke –das beliebteste Freitzeitvergnügen in Japan. Das war dann der gelungene Abschluss einer tollen Japanreise!
TAG 13: Abreise und zurück in Deutschland am Freitag, den 2. April 2010
Abreisetag. Deswegen gibt es nicht viel zu berichten. Aufstehen und Frühstück noch vor dem Wachwerden! Um 05:00 Uhr mit den Koffern zur U-Bahn (um diese Zeit waren die Rolltreppen noch ausgeschaltet), dann nach Shinagawa und mit Last-minute-Sitzplatzreservierungen mit dem Narita-Express zum Flughafen Tokyo-Narita. Das Check-In funktionierte hier nicht gut – machte einen recht unorganisierten Eindruck (vermutlich weil es die Deutsche Laufhansa war!). Am Flugplatz schnell durch die Kontrollen und noch ein kleines Frühstück und dann ging es um 09:35 Uhr an Bord des Jumbos. Mit gut einer Stunde Verspätung verließen wir dann leider Japan und flogen mit der Sonne Richtung Europa. Der Start war wirklich sehr turbulent und die Maschine tanzte und neigte sich in alle Richtungen. Nach fast 11 Stunden Flug und mehreren Mahlzeiten, sowie drei Filmen landeten wir um 14:45 Uhr deutsche Zeit in Frankfurt. Dort holte uns die unglaubliche Unhöflichkeit der Bundespolizei wieder in die Realität zurück. Der Abschied am Gepäckband erfolgte leider etwas schnell und auch ohne Gruppenbild! Wir Wilhelmshavener waren dann so gegen 20:30 Uhr wieder an der deutschen Küste!
Wir sind uns alle einig – die Reise war ein tolles und unvergessliches Erlebnis! Nicht zuletzt dank des Einsatzes und der Betreuung durch Christian und David bei denen wir uns hiermit noch einmal sehr herzlich bedanken!
Von Stefan und Benjamin Knapp |