37 Teilnehmer waren es, die den Weg zum diesjährigen Zeltlager nach Gerbach/Pfalz gefunden haben. Lesen Sie das Tagebuch von Teilnehmern, die im Wechsel täglich schrieben.
TAG1: Samstag, 31. Juli 2010
Vom 31. Juli bis zum 6. August war es mal wieder soweit, das alljährliche und allseits beliebte Bushido-Zeltlager des TRB in Gerbach stand bevor. Nachdem um 13:00 Uhr alle Teilnehmer angekommen waren, wurden die Zelte aufgeschlagen, die Dojos abgesteckt und man bereitete sich für das Angrüßen vor. Nach diesem wurden in einem Sichtungstraining die Teilnehmer in 3 Gruppen (kitsune, taka und zame) eingeteilt, die durch die in den Tagesaufgaben vergebenen Punkte um den Sieg kämpften. Desweiteren wurden die Teilnehmer in Leistungsgruppen für die Trainingseinheiten eingeteilt. Die erste Tagesaufgabe bestand im Sammeln von Feuerholz für das Lagerfeuer.
Sie wurde trotz nicht exakter Ausführung von den Gruppen Taka und Kitsune gewonnen, was beiden Gruppen einen ersten Punkt einbrachte. Später am Tag. Nach einem leckerem Abendessen bekamen wir einen Vortrag über das Notwehr Gesetz was sowohl interessant als auch lehrreich war. (Tagesbericht von Andreas Wappenhensch)
TAG2: Sonntag, 1. August 2010
Am darauf folgenden Tag waren die meisten fit und Trainingsbereit. Nach dem Frühstück erhielten die 6.kyu´s ein Training welches sie lange nicht vergessen werden. Es fing an mit ein paar Übungen mit dem Jo mit unserem Sensei-Ho Timo Gartner. Jedoch durfte keiner den Jo aus der Hand nehme und so war es nicht schwer auf dem gesamten Zeltplatz Blicke auf sich zu ziehen wenn man zum Beispiel in der Gaststube mit einem Holzstock ankam, aber es galt dem Verständnis der Waffe. Später am Tag fanden Prüfungen für die Neulinge statt und alle durften erfreulich ihren ersten Gürtel am Ende des Tages entgegennehmen. Kurz darauf kam unser Senpai René Schaal zu Besuch der leider wegen der Arbeit nicht kommen konnte und hielt Abends dann einen Vortrag über die Religionen in Japan dem alle interessiert zuhörten. Völlig K.O.
Nach einem anstrengendem Trainingstag (besonders die Grüngurte nach dem Jo Training) ging man zu Bett und freute sich auf den nächsten Tag. (Tagesbericht von Max Christensen)
TAG 3: Montag, 2. August 2010
Der Tag begann wie jeder andere auch mit Frühsport um 8:00 Uhr. Danach gab es wie üblich um 9:00 Uhr Frühstück und um 10:00 Uhr begann die erste Trainingseinheit. Tagesaufgabe für den Tag bestand zum einen daraus ein Volleyballfeld zu bauen als Ablenkungsmethode für potentielle Gegner. Auch wenn das Volleyballfeld für diesen Zweck nicht zum Einsatz kam würde es jedoch mit Freuden als Spiel und spaß Möglichkeit verwendet. Die anderen Teams mussten eine Bank und einen Regenschutz für das Feuer bauen. Nur wegen Werkzeugmangel wurde die Bank nicht zu einem erste Klasse Möbel. Bequem war sie dennoch. Um 15:00 Uhr ging dann das Training wieder weiter, welches wie immer um 17:00 Uhr endete. Ab 17:00 Uhr wurde noch bis zum Abendessen um 19:00 Uhr fleißig an den Gruppenaufgaben gearbeitet.
Das Essen war wie immer gut und alle konnten sich noch gestärkt eine weile am Lagerfeuer entspannen, Tischtennis spielen, trainieren oder duschen. An diesem Abend gab es leider keinen Theorievortrag, dieser wurde auf Dienstag verlegt. Mit der Zeit wurde die Anzahl der Leute am Lagerfeuer weniger und die Nachtwache vom Team Kitzune trat ihren Dienst an. Die Nacht war ruhig und es gab keine Vorkommnisse. (Tagesbericht von Dominik P.)
TAG 4: Dienstag, 3. August 2010
Der vierte Tag des Zeltlagers begann eigentlich recht normal. Das änderte sich jedoch alles mit der Bekanntmachung der Tagesaufgabe. Diese lautete den Gürtel der anderen Gruppenleiter zu klauen und unserem Tagesaufgaben Meister David Herbert vorzuzeigen. Blitzschnell wurden alle zu Feinden und keiner vertraute keinem. Viel wurde herum getrickst mit falschen Gürtel anziehen, ihn einem anderem Teammitglied geben, verstecken und nicht zum Training anziehen. Wie durch ein Wunder schaffte es Gruppenleiterin Sarah Scheu den Gürtel von Gruppenleiter Manuel Huck zu klauen. Daraufhin wurde diese entführt und leider “umgebracht” durch ein Tanto (Holzmesser). Jedoch war der Gürtel immer noch an ihrem heimlichen Versteck. Die Gruppe Takka hatte es da wesentlich leichter. Zwar konnte die Gruppe keinen Gürtel ergattern jedoch hatte auch keinen verloren da jeder der sich irgendwie dem Takka Gruppenleiter näherte gleich einem bösen Blick empfangen durfte. Ansonsten hatte die höheren Gürtelgrade an diesem Tag freies Training welches immer wichtiger wird mit der Zeit.
Die Weiß, Weiß-Schwarz Gurte bekamen ein Tanbo Training. Und zum Abschluss des Tages bestanden noch zwei Bushi ihre Prüfung zum weiß-schwarzen Gürtel. (Tagesbericht von Max Christensen)
TAG 5: Mittwoch, 4. August 2010
Timo Gartner is everywhere. So oder so ähnlich dürften sich die Gedanken der meisten Samurai-Camper angehört haben, während sie unruhig jedem nächtlichen Geräusch jenseits ihrer Zeltwände lauschten auch genannt „allgemeine Paranoia“. Nicht wenige unter ihnen mussten sich am frühen morgen nicht mehr umziehen, da sie sich – einen Angriff befürchtend- in kompletter Kampfmontur „schlafen“ gelegt hatten, Gürtel um Hüfte inklusive. Dass Sensei-ho Timo dann doch nicht in kompletter Überfallmontur aufgetaucht war, mag manch einen mehr beunruhigt als beruhigt haben.Ab 10 Uhr fanden sich die Bushi ihrem Gürtelgrad entsprechend in den verschiedenen Dojos ein, um dem Taiiku-Training(Tai = Körper, iku =Schule) intensiv nachzugehen. In der anschließenden 11 Uhr-Einheit wurden alle Gruppen munter gemischt und die vorher vertieften Elemente in freien Kampfsituationen angewandt.
Frei nach dem Motto „Learning by Doing“ wurde ausprobiert und getestet was die Kondition hergab. Die Tagesaufgabe für diesen Tag war jeweils ein Außenlager für bis zu 5 Personen zu errichten, das gut für die eigenen Leute erreichbar war, aber vor dem Feind verborgen und gewappnet sein musste. Außerdem musste eine Übernachtung möglich sein. Als Sekundärziel sollten Verteidigungsanlagen und Fallen errichtet werden. Da galt es als erstes natürlich eine geeignete Stelle zu finden (oder auch zwei, falls plötzlich ein gegnerisches Team grinsend vor der eigenen neuen Haustür steht weil sie das gleiche Gebiet besetzen wollten...), Material zu sammeln und ausreichend zu sichern (auch vor potentiellen Naturgewalten).Eins der nennenswertesten Events von diesem Jahr war eindeutig die (spontane) Prüfung zum Shodan von Manuel Huck und die (vorangekündigte) Yondan-Prüfung von Thorsten Klein. Während jeder Schüler mit staunenden Blicken das geschehen beobachtete mussten sich die beiden Prüflinge in verschiedenen Situationen behaupten. Man kann den anschließenden Worten unseres Saiko Shihans nur beipflichten, nach denen wir „zwei völlig unterschiedliche Charaktere gesehen haben, mit ihren Schwächen aber vor allem ihren Stärken und auch den –für den Laien nicht unbedingt erkennbaren- großen Unterschied beider Prüflinge, den Erfahrung und Training ausmachen“. In der anschließenden traditionell japanischen Zeremonie bestärkten beide Dan-Träger ihre Loyalität und Respekt gegenüber Saiko Shihan Christian Wiederanders.
Nachdem die meisten ihre Beine wieder spüren konnten (seiza-extreme) und einer Flut von Glückwünschen, wurde mit Schnitzel und Pommes gefeiert und dem Camp-Koller gefrönt. Die anschließende Lagerbesichtigung durch Sensei-ho David missglückte leicht, da Team kitsune im Angesicht völliger Dunkelheit, „perfekter“ Tarnung und minderschweren Orientierungsschwierigkeiten (räusper) ihr Außenlager nicht mehr finden konnten (glücklicherweise, durfte das Lager am nächsten Tag nachgezeigt werden!). So wurde beschlossen, dass die im Voraus zusammengestellte Delegation tapferer Samurai im Lager der same nächtigen würde (als Gruppenführerin von kitsune darf ich feststellen, dass ich stolz bin, dass der Großteil der Freiwilligen aus meinen Reihen stammte). Nach einer eingehenden Besprechung und Vorbereitung auf den Einsatz wurde der Trupp zum Lager geführt und richtete sich sofort häuslich ein. Gut bestückt mit Waffen und dem Feuereifer mögliche nächtliche Angriffe zu überstehen, wachten abwechselnd zwei Teams über die Schlafenden. Selbst ein Gewitter, stundenlange teils heftige Regenfälle und das ein oder andere größere Tier konnten uns nicht abschrecken und so harrten wir aus, bis am frühen Morgen zwei Schüsse aus Hauptlagernähe und das aufgeregte Gebell eines Hundes uns hellhörig werden ließ.
Wir konnten ja nicht ahnen, dass diese Schüsse nur eine Maßnahme waren um das Lager zu wecken für einen Nachteinsatz, da der geplante Angriff auf unser primitives Naturlager geplant von Manuel Huck, David Herbert und Max Christensen ausfiel wegen Gewitter. Alles in allem, der Tag der Tage im Samurai Camp 2010! Banzai! (Tagesbericht von Sarah Scheu)
TAG 6: Donnerstag, 5. August 2010
In den frühen Morgenstunden des Donnerstag wurde ein Eindringling von der Nachtwache gestellt und Alarm geschlagen. Weitere ungebetene Gäste waren aber nicht zu finden. Beim Frühsport sah dann auch manch einer der Teilnehmer entsprechend müde aus. In der ersten Trainingseinheit des Tages ging es dann mit unserem frischgebackenen Sensei-Ho Manuel in den Wald. Auf dem Programm stand das Bewegen im Wald durch Schleichen, Robben oder auch im Krebsgang. Die Tagesaufgabe bestand in der Wiederbeschaffung mehrerer Schriftrollen. Durch List und Tücke und Diebstahl konnte hier die Gruppe Zame die meisten Punkte einheimsen. Zwischendurch gab es noch einen interessanten Vortrag von Christian Haas, der uns anhand seiner Eigenen etwas über Geschichte und Aufbau der japanischen Rüstung erzählte. So eine Rüstung mal aus der Nähe betrachten zu können war für viele eine neue Erfahrung. Das Nachmittagstraining bestand in der Anwendung verschiedener Gruppentaktiken im Wald.
Mit den Prinzipien Search & Destroy und Defend wurden viele Strategien entwickelt wie auf dem Schlachtfeld die mehr oder weniger gut funktioniert haben. Zur Abrundung des Tages legten dann noch zwei Teilnehmer erfolgreich die Prüfung zum 6. Kyu ab. (Tagesbericht von Florian Kadel)
TAG 7: Freitag, 7. August 2010
Heute mussten wir schon um 7:30uhr statt um 8:00uhr zum Frühsport wo wir uns mit vertränten Augen erst einmal wach prügeln mussten. Nach dem Frühsport war aber auch schon das Abschlusstraining in dem wir alle gelernten Techniken und Prinzipien in einem langsamen Taichi-like mäßigem Randori ( jap: freies Üben) wiedereinsetzten. Danach fand schon der offizielle Abschied statt. Leider war zu diesem Zeitpunkt nur unser Frischling Sensei-Ho Manuel Huck anwesend da alle anderen Lehrer aus privaten Gründen früher gehen mussten, und so konnten wir uns nur von ihm gebührend verabschieden.
Um 9:00 Uhr gab es dann das letzte Mal. Manchen kam es auf jeden Fall so vor. Dann hieß es aber auch schon abbauen.Nach dem alles abgebaut und der Zeltplatz zu seinem original Zustand versetzt wurde, wurden noch restliche Gummibärchen und andere Leckereien verteilt und man machte sich auf den Heimweg zurück in das „normale“ Leben. Wir freuen uns alle jedoch wieder auf das nächste Jahr! (Tagesbericht von Tristan Ebeling)