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Hanami in Ludwigshafen
Samstag, den 7. Mai und Sonntag, den 8. Mai 2011

HanamiInfostand, Mitmachangebote, Vorführungen an 2 Tagen . . .

Als ich am frühen Morgen des 07. Mai um 8 Uhr im Pulk mit den anderen Bushidoka zum Gelände der Hanami in Ludwigshafen fuhr, um dort für zwei Tage unseren Roten Drachen zu vertreten, hatte ich keinerlei wirkliche Vorstellung was mich erwarten würde. Oftmals hatte ich bei Sarah, die uns die Möglichkeit uns auf der Hanami zu präsentieren verschafft hatte, über die „Perversen und Spinner“ gespottet die dort wohl herumdiffundieren würden. Zwei Tage später weiß ich, dass ich damit recht hatte, wenn auch im absolut positiven Sinne.

hanamiAber der Reihe nach, wir stellten also die Pkw ab und begaben uns beladen mit Waffentaschen und Verpflegung zum eigentlichen Gelände, wo schon eine ansehnliche Masse an Fans (der Hanami, nicht uns) auf den Einlass wartete. Nun bekam ich meinen ersten Eindruck. Alle waren verkleidet aber nicht nur ein wenig, nein jeder hatte offenbar viel Schweiß, Geld und Mühe investiert um ein möglichst perfektes Kostüm zu haben. Die Meisten der dargestellten Helden kenne ich Banause natürlich nicht, was kann ich sagen: japanische Comic-Helden beiderlei Geschlechts haben meist bunte und wirr zurechttoupierte Haare, die Farben der Kleidung sind oft grell und die Kostüme meist körperbetont. Auch die Röcke der Heldinnen sind meist sehr kurz, teils kann man die Schönheit bewundern, teils den Mut es zu tragen…. Aber manche Darstellungen kannte selbst ich, ein Sith-lord, ein Ghostbuster oder ein spartanischer Hoplit der 300, stilecht mit Waschbärbauch.

HanamiDa Sarah  uns VIP-mäßige Tickets beschafft hatte konnten wir an den neidischen Blicken der Wartenden vorbei direkt nach drinnen vorstoßen. Im Freien, aber wohl beschattet und von einem Baum mit Sauerstoff versorgt, bauten wir die kärglichen Matten auf um unsere eigene „Kampfarena“ einzurichten. Die eigentliche Kampfarena laut Plan war leider nur der Parkplatz für die Rotkreuzfahrzeuge, Betonuntergrund und in praller Sonne, von der wir am Wochenende sehr viel hatten, und damit für uns unbrauchbar. So bauten wir unseren Stand in einer Ecke und doch zugleich einigermaßen im Weg auf, um möglichst viele der Besucher über unsere improvisierte Tatami zu lotsen und warteten auf die ersten Superhelden, Dienstmädchen, Lolitas, Plüschtiere und Level-Endgegner…

HanamiUnd sie kamen. Ich hätte trotz der Schlange vor dem Gelände nie gedacht, dsas so viele „Verrückte“ ihren Weg zur Hanami finden würden, und vor allem hätte ich nicht gedacht dass man uns so unvoreingenommen begegnen würde. Es war kein Problem die Leute anzusprechen und immer wieder hatte man Glück und konnte das Interesse wecken sich einen direkten Eindruck auf der Matte zu verschaffen. Sobald das allgemeine Interesse etwas nachzulassen drohte legten die Fortgeschrittenen eine etwas knackigere freie Trainingseinheit hin und ratz-fatz standen wieder Interessenten vor der Matte.

Inhaltlich bemühten wir uns beim Mitmachangebot um eine ausgewogene Mischung aus Schwerttechniken und Übungen der waffenlosen Schule, was auch gut bei den Teilnehmern ankam. Oft mussten wir zwar kurz Überzeugungsarbeit leisten, vor allem bei den weiblichen Heldinnen („mein Kostüm ist zu eng, meine Schuhe zu hoch, mein Rock zu kurz“), aber die Meisten sahen schnell, das die Bewegungen des Tatsu-Ryu natürlich sind und in fast jeder Garderobe einsetzbar.

HanamiZwischenzeitlich mussten wir unsere Kräfte arg aufspalten, denn die Vorführung stand ja noch an. Ich muss sagen ich war nie ein besonderer Freund von Vorführungen da sie früher zu zeitintensiv in der Vorbereitung waren;  aber was die Mannschaft unter Timos Fuchtel dieses Mal darbot, gerade im Hinblick auf geringe Vorbereitungszeit, war von wirklich professioneller Qualität. Beeindruckend fand ich, dass es keinen Tiefpunkt in der Vorführung gab, jeder einzelne Programmpunkt war für sich wirklich knackig und gut, alle Achtung Jungs und Mädels!

Besonders gut kam sicher an, dass wir uns auch ein wenig auf die Besucher eingestellt hatten und so boten Mira und Catha am Ende einen optischen Leckerbissen, welcher das Programm wunderbar abrundete – aber dazu zu schreiben wäre müßig, das muss man sehen.

HanamiDiese allgemeine Qualität zeigte sich auch im Hinblick auf das Interesse von Fachpublikum auf unserer Matte, gleich ob vom Tae-kwon-do, Ninjutsu oder Muay Thai, mit allen Sportskollegen war ein freundschaftliches lockeres Training möglich, um sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Hut ab! Aber dies war wie schon erwähnt für mich einer der Höhepunkte des Hanami, eine Freundlichkeit und Unvoreingenommenheit, welche man in unserer Leistungsgesellschaft nur noch selten findet.

Am Samstagabend ging es dann noch zum gemeinsamen Grillen und auswerten des ersten Hanami Tages. Trotz anstrengendem Tag freuten sich schon alle auf den kommenden Sonntag . . .

HanamiAm Sonntag habe ich interessehalber grob mitgezählt und kam auf 300-350 Menschen, welche ein 10-minütiges Mitmachangebot auf unseren Matten wahrgenommen haben, hier mein Dank an Sarah, besser hätten wir uns nicht der Öffentlichkeit präsentieren können.

Und nachdem unsere „Mangamädels“ Mira und Catha noch mehrfach ihre spezielle Vorführung zeigen mussten, neigte sich ein seeeehr langes Wochenende langsam dem Ende zu und wir konnten müde aber zufrieden den Heimweg antreten. Mein Dank gilt allen Bushidoka die hier geholfen haben, eine große Leistung und ein noch großartigerer Zusammenhalt der Dojo Waldbronn, Ettlingen und Limburgerhof und einiger weiterer Schüler. HanamiUnd wenn mich Sarah nächstes Jahr wieder wegen dem Festival der „Perversen und Spinner“ fragt, werde ich ohne zu Zögern zusagen, ich habe selten so viele nette und sympathische Menschen in so großartiger Atmosphäre erlebt.

Doch es scheint das diese positive Einstellung auf Gegenseitigkeit beruht, es ergingen an uns Einladungen zum CONday in Frankfurt und sogar zur großen Connichi in Kassel, denen wir natürlich gerne nachkommen werden…

Dies waren einige der Eindrücke von Thorsten Klein sensei

Mira, Timo, Catharina und Christian - dahinter Thorsten

Connichi.de


Autor: Thosrten Klein
Bilder: Tatsu-Ryu-Bushido - Canon EOS 400D
Erstellt am: 29. Juni 2011
   
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