Am Mittwochabend traten im ausverkauften Tatsu-Ryu-Bushido 50 Samurai in Ausbildung, sowie Referenten und Funktionäre in Gerbach an, um in vier Tagen den Stoff einer ganzen Woche zu lernen. Shihan Christian Wiederanders brachte hierzu gleich 3 Sensei mit . . .
Während am ersten Abend noch organisatorisches im Vordergrund stand, begann am nächsten Morgen der Ernst des Lebens. Bereits der Frühsport am ersten Tag brachte die Teilnehmer ins Schwitzen. Das änderte sich auch in den nächsten Tagen nicht, steigerte sich sogar noch. Ebenso verhielt es sich mit den Trainingseinheiten. In kürzester Zeit arbeiteten sich die Weißgurte mit Sensei Timo Gartner durch die Grundtechniken: waffenlos, mit Bo und Nitanbo, während Grün- und Blau-Gürtler sich in Partnerübungen mit Bo oder beim Box-Training zu Leibe rückten.
Zudem durften sich die Blaugurte durch das aus Bo bestehende „Bushido-Karussell“ bewegen, und auch die Grüngurte wagten einen Versuch.
Die höheren Grade befassten sich überwiegend mit dem Bokken und Shuto und wurden von dem aus Gran Canaria angereisten Sensei Juan Antonio Pena Salinas, der auch die anderen Gruppen im Bokken unterrichtete, „verschlagen und verschnitten“. Schwerpunkt waren die traditinonellen Kata von Mijamoto Musashi „Niten-Ichi-Ryu“, die zum festen Bestandteil der Tatsu-Ryu-Bushido Ausbildung gehören. Außerdem durften sich die höheren Grade zum Abschluss mit dem Thema „Ka“ (Feuerwaffen) unter den „anfeuernden“ Rufen von Sensei Timo Gartner und
Sensei Thorsten Klein schießen üben, nachdem Shihan Christian Wiederanders die Waffenkunde mit modernen Waffen behandelt hatte.
Da das Camp wie jedes Jahr direkt am Waldrand lag, gab es natürlich auch Waldtraining. Unter Anleitung von Senpai Christian Haas lernten die Weiß- und Grüngurte die Etikette, das Fortbewegen in einer Gruppe im Wald und wiederholten die Fallschule auf dem Waldboden. Selbst das zwischenzeitlich schlechte Wetter konnte den Trainierenden nichts anhaben. Da wurde einfach spontan im strömenden Regen eine Schlacht zwischen Sensei Timo Gartner mit den mit Bos bewaffneten Blaugurten einerseits, und Sensei Juan mit seinen Bokken tragenden Grüngurten andererseits organisiert, die zu Recht als Höhepunkt des diesjährigen Camps bezeichnet werden kann.
Selbstverständlich gab es auch Prüfungen, die zum Teil auch im Wald oder abends bei Fackelschein im Dojo durchgeführt wurden.
Trotz allem kam auch der Spaß in der Freizeit nicht zu kurz. Sei es die spontane „Schlacht“ zwischen zwei Gruppen oder das Einlösen einer Wettschuld durch die „mystische Ankunft des Aufwärm-Samurai“ um drei Uhr nachts. Auch die Nachtwache und das abendliche gemeinsame Sitzen am Lagerfeuer oder das freiwillige Wiederholen des Gelernten gaben vor allem denen, die zum ersten Mal dabei waren, die Gelegenheit Leute aus anderen Dojos, sowie andere Trainer und ihre Trainingsmethoden kennen zu lernen.
Gerade dieser Punkt war den meisten Teilnehmern ebenso wichtig, wie das Training selbst. „ Super-Gut-Plus“ war ein Kommentar zu diesem zwar „anstrengenden, aber lehrreichen“ Tatsu-Ryu-Bushido-Zeltlager, das den Beteiligten trotz des vielen Stöhnens über manche Übungen und des Muskelkaters großen Spaß gemacht und sie in sportlicher Hinsicht sehr viel weiter gebracht hat.
Nun geht es in drei Wochen für 28 Mitglieder in den Dojo nach Gran-Canaria . . .
. . . und vom 6. Bis 10. Juni 2012 heißt es wieder „Zeltlager in Gerbach“

durch Anklicken des Bildes im Großformat!