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Bericht Connichi 2011 in Kassel
Freitag, den 16. September bis Sonntag, den 18. September 2011

ConnichiDas Tatsu-Ryu-Bushido präsentiert sich auf der größten Manga- und Anime-Messe Deutschlands mit über 18.000 Besuchern in Kassel . . .

Das Wochenende begann Freitagmorgen um kurz nach sieben Uhr, als ich auf der Autobahn zur Arbeit war und mein Handy klingelte. Mit den Worten „Ich bin krank“ musste das Vorführ-Team den Ersten von insgesamt zwei Ausfällen registrieren. Da wir aber natürlich auf alle Eventualitäten vorbereitet waren, konnten die vakanten Kameraden mit vereinten Kräften und viel Fantasie der Gruppe kompensiert werden.

Die Hinfahrt an sich war musikalisch gesehen... lustig bis anstrengend, denn im Party-Bus des Manuel Huck gilt nicht nur das Credo „Wer pennt der brennt“, sondern auch „Ein Hoch auf unsren Busfahrer (und seinen Musikgeschmack)“. Entgegen weit verbreiteter Befürchtungen schafften wir es die komplette Strecke an Frankfurt vorbei und durch die Kasseler Berge ohne auch nur einmal im Stau zu stehen, was, wenn man die Rückfahrt rekapituliert, an ein Wunder sondergleichen grenzt.

Connichi.de

Nach dem Einchecken in die Jugendherberge in Kassel gegen kurz vor 22 Uhr, ging es ohne Pause sofort zum Gelände der Connichi, der deutschlandweit größten Messe (Convention) für japanische Manga und Anime.ConnichiTrotz psychologischer Vorbereitung auf das Kommende, waren diejenigen unter den Angereisten, die bereits einschlägige Con-Erfahrung sammeln konnten, deutlich von den Con-Novizen zu unterscheiden, zeigte sich doch eine gewisse Gelassenheit auf den Gesichetern der erst genannten Gruppe beim Anblick der wild und bunt Kostümierten (Cosplayern). Letztere standen teilweise einfach mit offenem Mund da und wussten wohl nicht so recht wie ihnen geschah.Eine Eingewöhnungsphase gab es allerdings nicht, die Generalprobe wartete! Auf der großen Bühne im kleineren der zwei Festsäle, wurde der gesamte knapp 40 minütige Auftritt unserer Truppe zum ersten Mal komplett mit Licht, Musik und Aufmarsch mehrmals geprobt und auch wenn wir zu Beginn aussahen wie „ein Haufen Kühe beim Grasen“ (Zitat Timo-Sensei), schlugen wir uns doch gegen Ende so gut, dass wir gegen 24 Uhr die Zelte abbrechen konnten und nach einer gemütlichen Abschlussrunde auf dem Hof der Jugendherberge ein wenig Zeit hinter verschlossenen Lidern nachholen konnten.

ConnichiWer das Glück hatte auf dem Zimmer der drei Damen zu nächtigen, erschien morgens (teilweise...) gut gelaunt zum Frühstück und war sogleich umzingelt von Cosplayern mit diversen Perücken, knapper Oberbekleidung oder auch komplett im Bademantel-Look. Klar, dass einige frisch Erwachten vor lauter Schock kaum etwas essen konnten. Doch hatten sie nicht die Rechnung mit dem echten Wahnsinn einer solchen Großveranstaltung gemacht! Bepackt wie die Esel, betraten wir das Gelände gegen halb neun Uhr, um unsere Taschen und Waffen im Umkleideraum zu deponieren und fanden uns sogleich inmitten des japanischen Karnevals wieder. Die Experten unter uns freuten sich über bekannte, stilechte Mangafigur-Kopien; die anderen versuchten so unauffällig zu wirken wie nur möglich als unkostümierte Minderheit...die Situation änderte sich schlagartig, nachdem wir uns gekleidet in Hakama und Haori unter die Leute mischen konnten und unseren Workshop im Hof des Geländes begannen.

ConnichiWährend die einen die durchaus interessierten und offenen Cosplayer zusammentrugen, wurde ihnen vom anderen Teil der Budoka die Schwertschule und teilweise auch die Körperkünste (Taiiku) des TRB demonstriert und in kurzen Kursen näher gebracht. Die Begeisterung und Freude über die Möglichkeit ein Holzschwert handeln zu lernen war den Mitmachenden deutlich anzusehen, sodass sich der Hof auch bald mit Dutzenden von bunten Gestalten (im positiven Sinne) füllte, die in Gruppen aus zwei bis 10 Leuten betreut wurden. Unterbrochen wurde unser Workshop nur kurzzeitig von den angereisten Taiko-Trommlern und einer Essenpause für jeweils einen Teil der Drachen-Krieger. Dass alles so reibungslos verlief, war nicht zuletzt dem unglaublichen Teamgeist und Kameradschaft innerhalb der Gruppe zu verdanken, in der sich jeder um jeden kümmerte und dafür Sorge trug, dass ConnichiVerschnaufpausen gemacht werden konnten (auch wenn ich keine heiß ersehnte Bockwurst mehr abbekam, sondern nur gekochte, ungesalzene Kartoffeln...), Bläsuren versorgt wurden und die Stimmung einfach durchweg positiv (wenn auch konzentriert und angestrengt) war. In diesem Sinne muss auch der unermütliche Einsatz von Sensei Timo Gartner erwähnt sein, der ein Auge auf jeden Einzelnen hatte, Engpässe erkannte und Leerläufe zu verhindern wusste, bevor Langeweile aufkeimen konnte. Dass wir neben der Arbeit auch eine Menge Spaß hatten, zeigen wohl die Bilder am deutlichsten!

Ob beim posieren mit Superhelden (und dem Master of the Universe persönlich!!), im Duell gegen Jedi-Ritter oder auch nur beim Schaulaufen im angrenzenden Park, die friedliche Atmosphäre war allgegenwärtig und machte Lust auf mehr!

ConnichiDer Auftritt am Samstag war vieles, nur nicht langweilig! Das Publikum war begeistert von der ersten bis zur letzten actionreichen Sekunde und auch wenn wir ohne „Us“ einmarschierten, so waren sie doch gefesselt von unserem Auftreten und der Authentizität mit der wir die Bühne belebten. Szenenapplaus gab es natürlich für unser Manga-Girl (diesesmal leider solo), Mira Voth, die den Jungs böse einheizte, bis alle zum Höhepunkt der Darbietung flach lagen (rosa T-Shirts wurden selten so bedrohlich in Szene gesetzt!). Dass wir es schafften einen Rundumblick in unser Training derart spannend darzustellen, spiegelt nur die Professionalität und den Ehrgeiz wieder, mit dem wir trainieren! Neben den meisten gängigen Waffen, wurde dementsprechend auch das Niten-Ichi-Ryu frei und in kata-Form, sowie verschiedene Aspekte des Taiiku gezeigt. Wer bei unserer Vorführung nicht mindestens ein Mal den Boden in voller Länge berührte, hatte etwas falsch oder extrem gut gemacht!

ConnichiGlücklich und erleichtert über den Erfolg, begaben sich die einen zurück zum Workshop, während ein kleinerer Teil der Truppe auf Entdeckungstour durch die geheimen Parkanlagen aka den Schlund der Cosplay-Hölle gingen! Wer die Bilder gesehen hat, weiß, dass alle Worte verschwendete Liebesmühe wären um zu beschrieben, wie fantastisch und verrückt sich die Fangemeinde japanischer Pop-Kultur präsentierte! Zwischen peinlich und wunderschön, authentisch bis ins kleinste Detail über schlecht zusammengeschustert war alles vertreten. Dass sich vor allem der männliche Teil der Entourage freute, lag wohl teilweise auch an den knapp bemessenen Kostümen des XX-chromosomalen Anteils der Verrückten... Nach einiger Zeit und mit einsetzender Dämmerung machten wir uns auf den Weg zurück in die Herberge um bei einem netten Feierabendbier und einer gefühlten halben Tonne Pizza in bösen Lach-Flashs und extrem guter Stimmung den anstrengen Tag ausklingen zu lassen .

ConnichiMorgens halb zehn in Deutschland, das Tatsu-Ryu-Bushido auf dem Weg zum letzten Tag auf der Connichi. Bezeichnend für den friedlichen Charakter der Veranstaltung, war das „Security“-Personal, das sich mit seinen grünen Hämden wenig von der Masse der multicolorierten Menschen abhob und lediglich der Ausweiskontrolle diente. Trotz nächtlichen Regens kamen an diesem Morgen dank der fullminanten Darbietung am Tag zuvor ungleich mehr Interessenten, die einmal mit dem bokken kämpfen wollten. Da unser zweiter Auftritt bereits um 13 Uhr war, konnten wir dem Ansturm kaum gerecht werden und mussten schon relativ früh mit dem Aufräumen beginnen um pünktlich zum Auftritt im vollen Saal zu kommen.

ConnichiMit leichten Erschöpfungserscheinungen begannen wir die Vorführung und dank gekonnter Improvisation bei „verpatzten“ Stellen, hatte zumindest ich noch mehr Spaß bei dieser Vorführung als bei der vom Samstag. Ob es nun ein Manuel Huck war, der statt rückwerts von mir weg plötzlich vorwerts auf mich drauf fiel, oder ein Christian Haas, der verwirrt von der Bühne abging um noch verwirrter plötzlich wieder aufzutauchen, es war die Professionalität aller Beteiligter trotz solcher ungewollten Intermezzi, die zum großen Erfolg beisteuerte! Das Publikum gab uns in jedem Fall Recht!

Das Zusammenpacken ging dann auch recht schnell über die Bühne und dank der Großzügigkeit eines Timo-Sensei, durften das Tag-Team Christian Stöhr und Sarah Scheu sogar noch 10 Minuten vor Abfahrt im full speed über die Con sprinten und ein paar Souvenirs ersteigern um nicht ganz mit leeren Händen Heim zu kehren.

ConnichiWie bereits erwähnt, war die Hinfahrt wohl zu gut verlaufen, denn zurück dümpelten wir ständig im Stop-and-Go über die Autobahn, verursacht meistens durch Gaffer und Sonstige. Dass die Fahrt dennoch nicht unlustig war, möge man erneut der guten Mucke im Party-Bus und den verrückten Beifahrern kreditieren. Und dass wir in Darmstadt am Rastplatz Abschied nehmen mussten, war trotz euphorischer Vorfreude auf heimische Dusche, Bett und Abendbrot mehr als traurig, war es doch ein extrem anstrengendes aber mindestens genauso geniales, lustiges Wochenende mit einigen meiner besten Freunde!

Vielen Dank an alle Beteiligten!! Ich freue mich auf die Hanami 2012!!

  • Rückblick Hanami 2011 in Ludwigshafen hier >>>
  • Weiteres auf Connichi.de hier >>>

Ein paar Bildeindrücke . . .

Autor: Sarah Scheu
Bilder: Tatsu-Ryu-Bushido - Canon EOS 400D
Erstellt am: 21. September 2011
   
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