Erwerb des DOSB-Ausbilderzertifikates bei der Sportjugend Rheinland-Pfalz 2011 - Vom Übungsleiter im Verein zum Ausbilder von Übungsleitern . . .
Von Christian Wiederanders, Teilnehmer
Im DOSB (D eutscher Olympischer Sportbund) gibt es die Möglichkeit zum Erwerb eines bundesweit anerkannten DOSB-Ausbilderzertifikates. Gemeinsam haben der der Landessportbund Rheinland-Pfalz und seine Sportjugend eine entsprechende Konzeption zur Fortbildung von Lehrkräften erarbeitet und durch den DOSB bestätigen zu lassen. Zum Erwerb des Zertifikates sind jedoch 3 Voraussetzungen zu erfüllen:
- Referenten-Ausbildung (40 LE) mit Lehrprobe
- Erfolgreicher Referenten Einsatz inkl. Feedback (8-10 LE)
- Referenten Fortbildung (15 LE)
Nachdem diese Ausbildungsmaßnahme nicht in der Pfalz stattfand, in Mainz mangels Teilnehmerzahl ausfiel, ging es im Oktober 2011 nach Koblenz . . .
Warum tust du dir das an? Musste ich mir erst von einigen anhören. Trotz meiner über 20-jährigen Ausbilder- Erfahrungen auch in der Ausbilderschulung und mehrere Lizenzen wie Jugendleiter, Vereinsmanager C, Übungsleiter B Sport in Prävention, IHK-Ausbilderzertifikat, sowie 12 Jahre Bundeswehr, wollte ich mich weiterbilden und mal wieder auf der anderen Seite sitzen. Und auch wenn ich meine Erwartungen nicht so hoch ansetzte, wurde diese weit übertroffen . . .
Das Plus für solch einen Lehrgang waren die Referenten . . .
Jens Bötti ger, Frank Rey und Martin Klapproth (Klappi) waren die drei, die den gesamten Lehrgang entwickelt haben und durch das Programm der beiden Wochenende führten. Gerade die ersten beiden waren schon vor 7 Jahren die ersten, die an dem Gesamtprojekt mitarbeiteten. Die Erfahrungen und das persönliche Auftreten war es, was den Lehrgang so gut gelingen lies, auch wenn am zweiten Lehrgang das geplante Ende für einige samstags statt 22 Uhr, der nächste Tag 5 Uhr wurde.
Der Roten Faden war von Anfang an zu erkennen und baute auf 5 Säulen auf . . .
Ganz klar strukturiert in 5 Bereichen wurde der Lehrgang über die 3 Tage in Lernphasen geplant und durchgeführt und es entstanden zu jeder Säule nützliche und schöne Schautafeln, wo man den gesamten Lehrgang immer wieder einen Blick drauf werfen konnten um Wissenslücken zu schließen.
Für mich war zwar hier nicht viel N eues dabei, aber den Blick aus einer anderen Seite und das E röffnen neuer Ideen war das Ganze auf jeden Fall wert, den Stoff nochmals auf neue Weise zu erlernen.
Was man so alles mit Papier, einer Schere und Kleber anstellen kann . . .
Es geht auch ohne Beamer, PC und Co und es war wieder mal sehr l ehrreich, was man aus Papier und eine Schere so alle erarbeiten kann. Besonders für ein Lehrgespräch und Gruppenarbeit eine gute Weise alle aktiv mit ins Boot zu nehmen. Jedoch sollte man aber auch nie vergessen, was für eine Vorbereitungszeit dahinter steckt. Lohnen tut es sich auf jeden Fall.
Kennlernen im und nach dem Unterricht . . .
Am ersten Wochenende, an dem die Gruppenstimmung noch etwas kalt war, brachten die Referenten die Idee am Abend gemeinsam auf die Bowlingbahn zu gehen. Spätestens dann konnte man von einer Gruppe sprechen, was sich konstruktiv am nächsten Lehrgangstag auswirkte.
Vor allem die von mir genannte „Sportjugend gÄng“ brachte immer mal wieder gute Stimmung in den Hörsaal. Natürlich bo t auch Koblenz mit seiner Sportschule auch schöne Gästezimmer und ein sehr gutes Essen, vor allem am Mittag.
Kritik – auch wenn diese auf einer Plattform auf höchstem Niveau ist . . .
Der Lehrgang war wirklich Super und einer meiner besten. Jedoch zwei kleine Punkte: Bis hin zur Ausarbeitung zur Lehrprobe, war es einigen Teilnehmern nicht klar, um welche Ausbildungsstufe es sich hierbei handelt. Viele waren immer in der Rolle des Übungsleiters im Verein mit seinen Schülern und nicht in der Rolle des Ausbilders, der Referenten, die dann Schüler ausbilden. Das ganze ging dann bis zum Eklat bei der Ausarbeitung der Lehrprobe, wenn bei einigen um 23:59 gesagt wurde „Das passt aber nicht so“ und durfte nochmals an Ihrem Handzettel arbeiten. Vorschlag: Thema rausgeben oder vieleicht 3-5 Beispiele alter Lehrproben in die Dropbox (Was von Frank eine sehr gute Idee war, diese für Unterlagen zur Verfügung zu stellen) legen und jeder sollte schon einmal sein Grundkonzept bis zum 2. Wochenende vorlegen.
Man sollte sich nochmals die Ausschreibung anschauen und einen eindeutigen Begriff für dieses Zertifikat wählen. z.B.:
DOSB-Ausbilderzertifikat
- DOSB-Referentenausbilderzertifikat
Der Zweite kleine Kritikpunkt sind die Lehrproben. Wenn man mit den 5 Säulen arbeitet und man stellt in einer oder vielleicht mehreren Säulen Mängel fest, sollte man vielleicht in Betracht ziehen von einem Gesamterfolg zu sprechen, wenn der Mängel mittel einem Tageslehrgang speziell nochmal geschult wird. Der Referent schult Übungsleiter und stellt somit mit seiner Person, Didaktik, Methodik und Rahmenbedingung den Erfolg eines Lehrganges da. Und keiner will, dass er danach in der Lehrgangskritik zerrissen wird. Also Mängel feststellen, Aufbaulehrgang fordern und dann vom Zertifikat reden.
Mein persönliches Fazit: Ich würde diese Maßnahme wieder besuchen . . .
Mein Ziel: Diese Maßnahme gehört auch in die Pfalz, incl. den 3 Referenten Jens, Frank und Klappi.