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Schriftzeichen & Sprache Japans
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Die japanische Schrift ist eine Mischform aus hauptsächlich drei verschiedenen Systemen, die arbeitsteilig nebeneinander verwendet werden. Wie es dazu kam, wird im Folgenden in einem kurzen Überblick über die Entwicklung der japanischen Schrift zusammengefasst.

Die Idee einer Verschriftlichung der gesprochenen Sprache kam in Japan ca. um das 3. Jh. auf, als durch Einflüsse aus China die chinesischen Schriftzeichen (Kanji 漢字) bekannt wurden. Ca. um das Jahr 500 herum kamen dann die ersten chinesischen Schriftzeichen nach Japan, die dort auf großes Interesse stießen. Ab dem 6. Jh. schließlich verwendeten die Japaner die Schriftzeichen für ihre eigene Sprache und entwickelten sie hinsichtlich ihrer eigenen Bedürfnisse weiter. Es entstanden ähnlich wie in China verschieden Schreibstile für unterschiedliche Anlässe (z.B. Siegelschrift, Amtsschrift). Die chinesischen Schriftzeichen erhielten mit ihrer Übernahme in Japan auch eine japanische Lesung (Kun-Lesung: kunyomi 訓読み). Die chinesische Lesung (On-Lesung: onyomi 音読み) jedoch wurde ebenfalls eingebürgert, so dass heutzutage meist 2 Lesungen vorhanden sind. Dabei wird die japanische Lesung meist für Verblesungen verwendet, die chinesische hingegen bei Kanji-Komposita.

Die Silbenschriften (Kana かな) bildeten sich im 9. Jh. heraus. Sie wurden von chinesischen Schriftzeichen mit der gewünschten Lautentsprechung abgeleitet. Dabei wurden die Katakana zunächst von Mönchen verwendet, um die Sutren leichter lesen zu können. Hiragana wurden bevorzugt von Frauen verwendet, da sie sich einerseits besonders gut zur Kalligraphie eigneten durch ihre geschwungenen Formen. Andererseits war es den Frauen nicht gestattet, chinesische Schriftzeichen zu lernen. Daher waren sie gezwungen, andere Systeme zu verwenden. Über einige Jahrhunderte erfuhr die japanische Schrift dann kaum noch Veränderungen. Für die einzelnen Schriftsysteme bildeten sich bestimmte Anwendungsgebiete heraus, die unter den entsprechenden Systemen aufgeführt werden.

In der großen Bildungsreform nach dem 2. Weltkrieg wurde das japanische Schriftsystem etwas vereinfacht und die in den Schulen zu erlernende Anzahl von Kanji auf etwa 2000 Zeichen reduziert. In den Tageszeitungen findet eine Anzahl von bis zu 3000 Zeichen Verwendung. Auch wenn die Anzahl der Schriftzeichen reduziert wurde, bleiben japanische Texte wegen der Möglichkeit, Zeichen sowohl sino-japanisch als auch japanisch zu lesen für japanisch Lernende (und bei manchen Ausdrücken auch für Japaner) schwierig.

Die traditionelle Schreib- und Lesrichtung eines japanischen Textes ist in Spalten von links oben nach rechts unten. Es kann aber auch von in Zeilen von rechts oben nach links unten geschrieben werden, wie bei europäischen Texten. Weiterhin ist es möglich, beide Formen zu mischen, wie es z.B. bei Zeitungen oder Werbeanzeigen oft zu sehen ist. 

Die heutige japanische Schrift besteht also aus:

-                      Kanji: chinesische Ideogramme

-                      Hiragana: Silbenschrift, hauptsächlich verwendet für Flexionsendungen, Partikel und gänzlich japanische Ausdrücke, für die es keine Kanji-Schreibweise gibt

-                      Katakana: Silbenschrift, hauptsächlich verwendet für ausländische Namen, Lehnwörter aus Fremdsprachen oder zu Betonung

-                      Lateinisches Alphabet

-                      Arabische Ziffern

-                      Römische Ziffern

-                      Griechisches Alphabet

Hiragana
Die Entwicklung der Silbenschrift Hiragana wird dem buddhistischen Mönch Kûkai (774-835) zugeschrieben. Er leitete sein Schriftsystem von den chinesischen Schriftzeichen ab. Vor allem Frauen verwendeten dieses System, da sie vom Lernen der chinesischen Zeichen ausgeschlossen waren. Zudem eigneten sie sich besonders zu einem fein geschwungenen Kalligraphie-Stil. Heute werden die Hiragana verwendet, um z.B. Flexionsendungen oder Partikel zu fixieren und rein japanische Ausdrücke zu schreiben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Katakana
Im 8. Jahrhundert entwickelte Kibi no Makibi (693-755), durch eine Vereinfachung der chinesischen Silbenschrift Kanji, das Silbenalphabet Katakana. Das System wurde vor allem von Mönchen und Priestern benutzt, um ihre buddhistischen Schriften zu lesen, schreiben und zu studieren. Heute werden Katakana vor allem für Fremdwörter, ausländische Namen, Lautmalereien oder zu Betonung verwendet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Autor: Sabrina Frank
Bilder: Tatsu-Ryu-Bushido – Canon EOS 350 D
Erstellt am: 01/2008
Quellen:

Hadamitzky, Wolfgang; Langenscheidt Kanji & Kana 1 - Handbuch der japanischen Schrift; Langenscheidt KG; Berlin: 1995.

Doitsu Center Ltd. (Hrsg); Japanisch im Sauseschritt - Universitätsausgabe; Doitsu Center Ltd.; Band 1; 2002.

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